OVK-Report: Online kommt über 6 Milliarden Euro brutto

Mittwoch, 12. September 2012
OVK-Vorsitzender Paul Mudter
OVK-Vorsitzender Paul Mudter


Während die Nettoschätzungen für den Onlinewerbemarkt im Moment zwar positiv, aber nicht unbedingt euphorisch sind, entwickeln sich die Bruttowerbeerlöse weiter mit zweistelligen Wachstumsraten nach oben. Die Spreizung ist ein Indiz für die harten Verhandlungen zwischen Vermarktern und Mediaagenturen, die Brutto- und Nettoentwicklung auseinanderklaffen lässt: Es wird zwar mehr Onlinewerbung ausgespielt, doch Agenturen können diese zu günstigeren Konditionen einkaufen.

OVK-Prognose 2012

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Brutto prognostiziert der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) dem Markt für 2012 ein Wachstum von 12 Prozent auf 6,44 Milliarden Euro Bruttowerbeinvestitionen. Damit korrigiert das Gremium die Prognose um einen Prozentpunkt nach oben. „Dieser neue Höchststand bestätigt die hohe Relevanz von Onlinewerbung in einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie", sagt Paul Mudter, Vorsitzender des OVK und Geschäftsleiter Interactive von IP Deutschland.

Online erreicht damit einen Marktanteil am Bruttowerbekuchen von 21,8 Prozent. Es verkürzt seinen Abstand zu TV (38,2 Prozent), aber vergrößert den zu den Printmedien Zeitungen (17,1 Prozent) und Zeitschriften (12,1 Prozent), die weiter verlieren.

Der größte Anteil entfällt auf klassische Onlinewerbung, die um 14 Prozent auf 3,74 Milliarden Euro ansteigen wird. Dies entspricht 58 Prozent der gesamten Online-Bruttowerbeinvestitionen. An zweiter Stelle folgt Suchwort mit 2,28 Milliarden Euro und 10 Prozent Wachstum. An dritter Stelle kommt Affiliate, ebenfalls mit 10 Prozent Zuwachs und einem Umsatz von 411 Millionen Euro.

Zum Wachstum haben laut des auf der Dmexco präsentierten „OVK Online-Report 2011/12" alle Wirtschaftsbereiche beigetragen. Besonders stark legten im 1. Halbjahr jedoch Körperpflege- und die Telekommunikationsbranche zu. Sie verdoppelten ihren Online-Anteil im Mediamix. Nur noch wenige Branchen investieren einen einstelligen Prozentsatz.

Das Marktvolumen von Mobile schätzen die Vermarkter auf 35,9 Millionen Euro in 2012. Im vergangenen Jahr waren es erst 23 Millionen Euro. Für die Werbewirtschaft bedeutet die Werbung auf Smartphones allerdings eine Herausforderung. Die Geräte werden in vielen Situationen genutzt - von SMS lesen über Fotografieren bis zur Pflege von Sozialen Netzwerken. Die Werbung muss dem Rechnung tragen. pap
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