OMG-Chef Manfred Kluge kritisiert TV-Programm scharf

Donnerstag, 18. April 2013
Kluge kritsiert hohen Anteil an Reallife-Formaten
Kluge kritsiert hohen Anteil an Reallife-Formaten


Das hat den TV-Vermarktern sicher nicht gefallen. Auf dem Gattungsmarketingevent TV-Wirkungstag in Düsseldorf hat Manfred Kluge den Sendern strenge Worte ins Stammbuch geschrieben. TV sei in der Pubertät, sagte der Geschäftsführer der Omnicom Media Group Germany. "Und das bedeutet auch, dass man Dinge von sich gibt, die qualitativ nicht so hochwertig sind", sagte er vor rund 1000 Zuhörern. Gemeint ist der hohe Anteil an Real-Life-Formaten, die nach seinen Berechnungen mittlerweile 43 Prozent des Programms ausmachen von gescripteten Realityformaten wie "Familienfälle" auf RTL über "Berlin Tag & Nacht" auf RTL 2 bis hin zu Dokusoaps in der Primetime. Im Jahr 2003 stellte diese Programmfarbe erst 15 Prozent des Programms. "Wir haben viel zu viel von diesen Formaten und sie laufen immer schlechter", sagte er.

Grund für den rasanten Anstieg sind die Kostensparprogramme, die besonders die beiden großen TV-Konzerne Pro Sieben Sat 1 und Mediengruppe RTL Deutschland in den vergangenen Jahren durchgezogen haben. "Wenn man die Stärke von TV erhalten will, muss Fernsehen wieder mehr ins Programm investieren", sagte er auf dem Branchenevent, das in diesem Jahr mit rund 1400 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord verzeichnet. pap
Meist gelesen
stats