OMD-Standort: Drei Messeveranstalter sind noch im Rennen

Mittwoch, 16. April 2008
BVDW-Präsident Arndt Groth will keine "Gegen-OMD"
BVDW-Präsident Arndt Groth will keine "Gegen-OMD"

Verwunderung herrscht innerhalb des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft angesichts einer Meldung, der Verband stünde vor einer Zerreißprobe. Laut Internet World Business sei hinter den Kulissen ein Streit über die Zukunft der Online Marketing Düsseldorf (OMD) entbrannt. Demnach habe der Onlinevermarkterkreis (OVK) den Vertrag mit der Branchenmesse gekündigt und werbe für ein neues Messekonzept am Standort Köln. Drahtzieher dahinter sei der Anfang des Jahres von seinem Posten zurückgetretene ehemalige OMD-Chef Frank Schneider.

BVDW-Präsident Arndt Groth bestätigt dies gegenüber HORIZONT nur teilweise: „Richtig ist, dass der Vertrag mit der OMD gekündigt wurde - aber nicht vom OVK, sondern vom BVDW. Der OVK ist entgegen der Darstellung kein eigenständiger Verband, sondern eine Fachgruppe innerhalb des BVDW." Die Vereinbarungen des alten Vertrages seien von der Marktlage überholt worden und so nicht mehr tragfähig gewesen. Groth: „Angesichts der ständig zunehmenden Größe der OMD war nicht klar, ob die Messe Düsseldorf langfristig die nötige Raumkapazität zur Verfügung stellen kann."

Das Branchenevent verzeichnet seit Jahren deutliche Aussteller- und Besucherzuwächse und gilt als wichtigster Treffpunkt für Onlinevermarkter und Werbungtreibende. Im Zuge der Platzfrage habe man, so Groth, den Vertrag ordentlich gekündigt „und gleichzeitig alle anderen Details überprüft." Grundsätzlich sei man aber mit der von der Düsseldorfer Igedo veranstalteten OMD nicht unzufrieden.

Alexander Felsenberg, inzwischen Leiter der OMD, hört das gerne, wundert sich aber gleichermaßen: „Die Kapazität war garantiert, die Messetermine sind bereits bis 2013 festgelegt." Es habe möglicherweise eine gewisse Unsicherheit gegeben, ob frühere Abmachungen nach dem Weggang von Ex-Leiter Schneider eingehalten würden. Nun habe der OMD „dem Verband ein faires Angebot unter Partnern vorgelegt" und gehe fest davon aus, die Messe so weiterzuführen.

Spekulationen, dass andere Veranstalter das kurzfristige Machtvakuum an der Spitze der OMD für eine „Gegen-OMD" nutzen wollten, widerspricht BVDW-Präsident Groth. Aufgrund der Vertragskündigung hätten sich lediglich mehrere Messeveranstalter mit neuen Konzepten beim BVDW beworben. „Drei davon sind noch im Rennen", sagt der Präsident, „darunter auch Düsseldorf und Köln." Es gebe aber noch keinen klaren Favoriten. Die unterschiedlichen Konzepte würden am kommenden Freitag vorgestellt, Anfang nächster Woche könnte eine Entscheidung fallen: „Mit diesem Verfahren sind alle Beteiligten einverstanden."
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