OMD-Organisator Alexander Felsenberg: "Wir holen die Top-Marketing-Leute nach Düsseldorf"

Dienstag, 09. Dezember 2008
omd-Organisator Alexander Felsenberg lockt Werbungtreibende nach Düsseldorf
omd-Organisator Alexander Felsenberg lockt Werbungtreibende nach Düsseldorf

Für die Online-Werbebranche gab es bislang eigentlich nur einen echten Pflichttermin - die alljährlich im September stattfindende online-marketing-düsseldorf (OMD). Ab dem kommenden Jahr muss sich das traditionsreiche Branchenevent gegen die dmexco behaupten. Die vom BVDW unterstützte Konkurrenzmesse, die erstmals am 23. und 24. September 2009 in Köln ihre Tore öffnet, kämpft nun mit der OMD um Relevanz - und Aussteller. HORIZONT.NET sprach mit OMD-Organisator Alexander Felsenberg darüber, wie sich die Messe gegen die dmexco behaupten will.  Herr Felsenberg, die letzte OMD gilt als voller Erfolg. 2009 werden aber zumindest die großen Online-Vermarkter zur neuen Konkurrenzmesse dmexco abwandern. Ist die OMD so überhaupt überlebensfähig?

Alexander Felsenberg: Daran habe ich überhaupt keine Zweifel. Wir haben 2008 die Zahl der Werbungtreibenden auf der OMD verdreifacht und die der Aussteller um 50 Prozent gesteigert. Das war nur möglich, weil wir bereits in diesem Jahr die zuvor starre Fokussierung auf die reine Vermarktung, also die Display-Werbung, aufgegeben und die Messe somit für alle Segmente des Digitalen Marketings geöffnet haben. Diese Erfolgsstrategie werden wir 2009 noch konsequenter verfolgen.


Display-Werbung hat doch aber nach wie vor die größte Relevanz. Besteht nicht die Gefahr, dass die OMD zur Nischenveranstaltung verkommt?

Felsenberg: Davon kann keine Rede sein. Richtig ist: Von den knapp 9 Milliarden Euro, die Werbungtreibende 2007 in Deutschland für digitales Marketing ausgegeben haben, sind nur circa 1,8 Milliarden in Display-Werbung geflossen und circa 1,7 Milliarden in Performance-Werbung. Die restlichen rund 5 Milliarden Euro, also mehr als 50 Prozent aller Ausgaben, wurden für andere Dienstleistungen beziehungsweise Segmente aufgewendet. Das zeigt, dass hinter digitalem Marketing weit mehr steckt als das Schalten von Bannern - und bestätigt unsere Strategie. Wir werden dem breiten Feld der Digital-Marketing-Dienstleister eine Basis bieten und sie entsprechend unterstützen. Die online-marketing-düsseldorf war dieses Jahr bereits die zentrale Messe für Digitales Marketing und wird es auch bleiben.


Die dmexco sieht sich aber auch nicht nur als Messe für Vermarkter.

Felsenberg: Das mag ja sein. Aber es ist doch Fakt, dass diese Messe vom Online-Vermarkterkreis im BVDW, dem OVK, initiiert wurde. Und die großen Online-Vermarkter haben schlicht und einfach kein Interesse daran, anderen Disziplinen mehr Präsenz als nötig zuzugestehen. Dies ist ja eindeutig in den Äußerungen führender OVK-Mitglieder in der Presse dokumentiert. Diese Fokussierung ist auch verständlich, da die Kunden des OVK hauptsächlich die Mediaagenturen sind; und die sind es, die der OVK auf seiner Messe haben möchte. Die Kunden unserer Aussteller sind die Marketing-Entscheider aus den werbungtreibenden Unternehmen.

Die werden aber nur kommen, wenn das Messeangebot stimmt. Welche Disziplinen werden Sie denn künftig bei der OMD stärker als früher berücksichtigen?

Felsenberg: Neue Themen wie Social Media und Web-TV haben ja bereits bei der letzten OMD eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Das wollen wir weiter ausbauen. Wir glauben, dass hier und in den Bereichen Performance Marketing, Dialogmarketing, CRM sowie Social- und Viral-Marketing die Zukunft liegt. Dafür spricht auch, dass die eher wissenschaftliche Trennung von Marketing, Werbung und PR in der Praxis kaum haltbar ist. In den genannten Bereichen sprechen wir mit zahlreichen Dienstleistern.

Wie wollen Sie diese Dienstleister als Aussteller gewinnen?

Felsenberg: Mit einer sehr einfachen Kernbotschaft: Wir bringen den Ausstellern die Kunden, die sie brauchen, denn die Werbungtreibenden kennen die online-marketing-düsseldorf seit neun Jahren - das ist eine Erfahrungs- und Vertrauensbasis. Ferner sind wir gerade dabei, sehr attraktive Pakete zu schnüren. Wir werden beispielsweise Matching-Angebote machen. Dienstleister werden die Möglichkeit haben, an ein oder zwei Tagen exklusiv vor Entscheidern aus Unternehmen zu präsentieren. Hierfür haben wir ein Programm entwickelt, mit dem wir die Top-Marketing-Leute nach Düsseldorf holen werden.

Angesichts des Sparzwangs wird das bestimmt nicht einfach. Mit welchen Argumenten wollen Sie die Unternehmen überzeugen, zur Messe zu kommen?

Felsenberg: Wir wollen weg von der anbieterorientierten Messe der letzten Jahre und den Anwender noch viel stärker in den Mittelpunkt rücken. Auf der OMD werden die Werbungtreibenden tatsächlich digitale Kommunikationslösungen, also "Digitales Marketing" finden. Außerdem werden wir bei der Besucherwerbung noch intensiver und fokussierter die werbungtreibenden Unternehmen ansprechen. Das hat bei der Auftaktveranstaltung der online-marketing-donnerstage, mit denen wir die wichtigsten Trends das gesamte Jahr über behandeln, schon sehr gut funktioniert: Die erste Veranstaltung war ausgebucht, und über 90 Prozent der Besucher waren aus werbungtreibenden Unternehmen. So soll das Profil der Messe sein.


Sie sagen, dass die Werbungtreibenden auf der OMD alles finden werden, was sie für digitales Marketing brauchen. Dazu gehört doch aber auch die Display-Werbung.

Felsenberg: Das ist vollkommen richtig, aber für die Unternehmen, also die Besucherzielgruppe der online-marketing-düsseldorf, nur mittelbar von Interesse, denn in der Regel kümmern sich darum hauptsächlich die Mediaagenturen.


Die dürften sich im kommenden Jahr dann aber den Besuch der OMD sparen.

Felsenberg: Das wäre schade für die Mediaagenturen, denn wir werden vom Ausstellerangebot wie auch vom Kongressangebot auch für sie Highlights haben, so wie in den vergangenen Jahren. Das bewährte Kongress-Team ist ja weiterhin hier tätig. Darüber hinaus sind sehr viele wichtige Mediaagenturen in Düsseldorf ansässig. Diese werden auch zur online-marketing-düsseldorf kommen.

Die Mediaagenturen würden es sicher auch begrüßen, wenn auch der eine oder andere Vermarkter auf der Messe wäre. Wie viele werden denn vor Ort sein?

Felsenberg: Dazu kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Aber wir haben schon jetzt die ersten Anmeldungen, auch von Vermarktern.

Wieviele gibt es bereits?

Felsenberg:
Insgesamt haben schon mehr als 40 Aussteller zugesagt.

Angesichts von 380 Ausstellern, die in diesem Jahr auf der Messe waren, ist das aber überschaubar.

Felsenberg: Das können Sie nicht vergleichen. Für die diesjährige online-marketing-düsseldorf, die alle Erwartungen übertroffen hat, hatten wir vor einem Jahr noch keine einzige Anmeldung. Die ersten Zusagen sind erst im Februar 2008 eingetrudelt, deshalb sind wir mit dem bisherigen Anmeldungsstand sehr zufrieden. Interview: mas
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