OC&C-Studie: Verlage sind im Netz aktiver als TV-Sender

Freitag, 16. Mai 2008

Unter den großen deutschen Verlagen haben die Verlagsgruppe Holtzbrinck und Hubert Burda Media ihr digitales Portfolio am stärksten ausgeweitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Beratungsunternehmens OC&C Strategy Consultants. Die Studie konzentriert sich - wie schon im Vorjahr - auf Investments von Medienunternehmen im Online-Bereich. Verlage sind demnach darauf bedacht, verstärkt in Werbenetzwerke zu investieren. Erlöse kommen bislang vor allem aus Online-Werbung. Obwohl die Einnahmen stetig steigen, reichen die Aktivitäten noch nicht aus, um die sinkenden Erträge im Printgeschäft zu kompensieren.

Für Player mit regionalem Interesse spielt zudem der Rubrikenmarkt eine wichtige Rolle. Insgesamt seien hier jedoch kaum neue Beteiligungen zu verzeichnen - die etablierten Anbieter haben laut Studie den Markt weitgehend verteilt. Dabei sind in einigen Kategorien nicht mehr Verlage sondern "Pure Plays" (Ebay, Scout-Gruppe) Marktführer.

Als vielversprechender Zukunftssektor gilt der Search- und Verzeichnis-Markt. Hier haben Axel Springer (Hamburg.de) und Holtzbrinck die Nase vorn. Regionale Verlage - die als "natürliche Partner für solche Aktivitäten zu sehen sind", scheuen dagegen Kooperationen.

Neben den Verlagen sind diesmal erstmals Pro Sieben Sat 1 und RTL ebenfalls Teil der Untersuchung. Ergebnis: Die TV-Sender sind bei Online-Aktivitäten, die nicht ihr Kernprogramm betreffen, deutlich zurückhaltender als die Verlage. Neben Video- und Spiele-Communities sind für sie vor allem Video-on-Demand-Dienste relevant. Gründe für die Zurückhaltung liefert die Analyse gleich zwei: Möglicherweise vertrauen die Verantwortlichen darauf, im Netz mit den Kernmarken ähnliche Reichweiten erzielen zu können wie im TV. Zweitens stehe das Kerngeschäft insgesamt unter einem geringeren Druck als das Verlagsgeschäft.

Die größte Herausforderung für Verlage ist demnach, aus dem "Portfolio der vorhandenen Beteiligungen den größten Wert zu generieren". Dies betreffe die Vermarktung und die geschickte Steuerung von Traffic zwischen den einzelnen Angeboten. se

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