OC&C: Druck auf TV-Sender steigt

Donnerstag, 24. Juni 2010

Die klassischen TV-Anbieter geraten perspektivisch unter Druck. Junge Zuschauer nutzen nicht nur das lineare Fernsehen, sondern alle verfügbaren Kanäle, um Serien oder Filme zu sehen. Mit dem Zusammenwachsen von Internet und Fernsehen drängen jedoch neue Player auf den Markt, die den TV-Sendern Konkurrenz machen. "Das Geschäftsmodell der Fernsehanstalten ist akut bedroht, denn andere Akteure machen ihnen über Video-on-Demand, Software-Angebote oder das Internet die wichtige Aggregator-Funtkion streitig", fasst OC&C-Partner Andreas von Buchwaldt das Kernergebnis des Strategiepapiers "Das Fernsehen ist tot - Es lebe das Fernsehen" zusammen, das HORIOZNT.NET vorab vorliegt.

Telekommunikationsunternehmen wie die Telekom oder Vodafone drängen via IPTV ebenso in das Geschäft wie Anbieter der Unterhaltungselektronik und IT-Firmen wie Apple mit iTunes. Google will Internet und Fernsehen zum Beispiel in Kooperation mit Sony mit Google TV stärker verbinden.

Die Angreifer setzen an neuen Punkten an, um die Kunden zu erreichen. "Das ist eine Herausforderung für die traditionellen TV-Anbieter, die auf diese neuen Dimensionen nicht vorbereitet sind", sagt OC&C-Partner Michael Rzesnitzek.

Zwar steht gerade neuen Playern die Möglichkeit offen, mit etablierten Anbietern zu kooperieren. Doch wenn sie, statt zu kooperieren, aggressiv und möglichst schnell vorgehen, können die TV-Sender ihre Gatekeeper-Funktion verlieren. Die Sender sollten daher selbst Kunden-Kontrollpunkte besetzen, um ihre Stellung zu sichern ode rauszubauen, so OC&C.  pap
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