Nutzer sind Paid Content gegenüber aufgeschlossen

von David Hein
Mittwoch, 19. Dezember 2012
Jeder Dritte ist bereit, für redaktionelle Inhalte zu bezahlen
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Bezahlmodell, Aufgeschlossen, Christoph Hüning, Deutschland


Gute Nachrichten für Verlage: Viele Nutzer sind Bezahlmodellen für journalistische Inhalte im Internet gegenüber aufgeschlossen. Allerdings wünschen sich die Leser im Netz deutlich mehr Flexibilität als das in der Print-Welt übliche Monats-Abonnement. Gut 40 Prozent aller Bundesbürger (38 Prozent) sind der Meinung, das redaktionelle Inhalte im Internet künftig bezahlt werden sollten. Allerdings fordern 57 Prozent dafür einen erkennbaren Mehrwert im Vergleich zu anderen Publikationen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Beratungsunternehmens Lischke Consulting unter 1000 Bundesbürgern hervor.

Bei den Bezahlmodellen wünschen sich die meisten User Modelle, die sich an den Nutzungsgewohnheiten im Netz orientieren: Gut die Hälfte (48 Prozent) der Befragten befürworten zum Beispiel den Erwerb einzelner Ausgaben wie am klassischen Zeitungskiosk. Ebenfalls etwa jeder zweite würde am liebsten einzelne Artikel kaufen. Abo-Modelle auf monatlicher Basis befürworten dagegen nur 28 Prozent der Befragten. 69 Prozent der Bundesbürger können sich außerdem vorstellen, redaktionellen Content durch freiwillige Spenden zu finanzieren, 60 Prozent hätten nichts gegen die Finanzierung durch Pre-Roll-Spots einzuwenden.

"Die Ergebnisse der Umfrage zeigen überraschend deutlich, dass viele Leser in Deutschland bereits heute für neue Bezahl-Modelle im Online-Journalismus zugänglich sind", sagt Christoph Hüning, Medienexperte bei Lischke Consulting. "Dreh- und Angelpunkt in diesem Strukturwandel ist allerdings ein Geschäftsmodell, das mit überzeugenden Argumenten an die Stelle der von den Lesern gewohnten 'Kostenlos-Kultur' von Online-Angeboten tritt. Die Redaktionen sollten sich mit dieser Zielrichtung darauf konzentrieren, unverwechselbare Inhalte zu schaffen, die sich auch bei Auswahl und Aufbereitung der Themen eng an den neuen Lesegewohnheiten der Zielgruppen orientieren. Nur so ist es möglich, dass Medienhäuser online neue Umsatzpotenziale heben können", so die Schlussfolgerung von Hüning. dh
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