"Nürnberger Zeitung" muss zahlreiche Stellen in der Redaktion einsparen

Dienstag, 24. Juli 2012
Die "Nürnberger Zeitung" kämpft mit sinkenden Anzeigenerlösen
Die "Nürnberger Zeitung" kämpft mit sinkenden Anzeigenerlösen

Die traditionsreiche "Nürnberger Zeitung", die seit 1804 in der fränkischen Metropole erscheint, steht vor einem personellen Kahlschlag. Bis zu 20 Prozent der Stellen in der Redaktion sollen bis Ende des Jahres wegfallen, die Zusammenarbeit mit der Schwesterzeitung "Nürnberger Nachrichten" ausgebaut werden. Der Grund für den Stellenabbau ist das schwächelnde Anzeigengeschäft: "Wir haben ganz massive Anzeigenrückgänge", räumt Verlagsleiter Dietrich Puschmann gegenüber Newsroom.de ein. Acht bis zwölf Stellen sollen in der rund 60-köpfigen Redaktion nun bis Ende des Jahres wegfallen - nach Möglichkeit will die Zeitung aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. "Wir wollen die Möglichkeiten innerhalb der Unternehmensgruppe nutzen", kündigt Puschmann an: "Die größere Schwester am Standort schaut, wie sie der kleineren Schwester helfen kann".

Die konservative "Nürnberger Zeitung" gehört wie die sozial-liberalen "Nürnberger Nachrichten" zur Verlagsgruppe von Verleger Bruno Schnell. Zusammen kamen die beiden Blätter im 2. Quartal 2012 laut IVW auf eine verkaufte Auflage von 266.325 Exemplaren, wobei der Löwenanteil auf die "Nürnberger Nachrichten entfällt. Nach Informationen von Newsroom.de steuert die "NZ" lediglich rund 24.000 Exemplare zur Gesamtauflage bei.

Die beiden Titel sollen nun inhaltlich enger zusammenrücken: Wir sind dabei, Modelle zu entwicklen, wie das funktionieren kann. Der Teufel liegt aber im Detail", sagt Verlagsleiter Puschmann. Denkbar sei eine engere Zusammenarbeit in den Ressorts Wirtschaft, Kultur und Region. Die Ressorts Politik sollen aber eigenständig bleiben. "Beide Zeitungen verkörpern unterschiedliche Zeitungsphilosophien", erklärt Puschmann: "Die 'Nürnberger Nachrichten' setzen stärker auf Nachrichten, die 'Nürnberger Zeitung' positioniert sich als Autorenzeitung. Diese Identität wollen wir möglichst erhalten."  dh
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