"Nürnberger Abendzeitung" soll verkauft werden

Freitag, 21. September 2012
Der fränkischen Boulevardzeitung droht das Aus
Der fränkischen Boulevardzeitung droht das Aus

Der "Nürnberger Abendzeitung" droht das Aus. Nach Informationen des Bayerischen Journalisten Verbands (BJV) will Verleger Gunther Oschmann das Boulevardblatt verkaufen. Seitdem der Telefonbuchverleger und Radiounternehmer die Zeitung übernommen hatte, kam das Blatt nicht aus den roten Zahlen heraus. Laut BJV muss Oschmann pro Ausgabe rund 7000 Euro zuschießen. Der Verleger hatte die "Nürnberger Abendzeitung", ein Ableger der "Münchner Abendzeitung", im Februar 2010 übernommen. Mit einer stärker regionalen Ausrichtung wollte Oschmann das Blatt in der fränkischen Metropole wieder profitabel machen und baute sogar eine Vollredaktion auf. Im Frühjahr 2011 wurde das Layout und das redaktionelle Konzept noch einmal überarbeitet. Doch die Maßnahmen fruchteten nicht, die Auflage sank weiter. Zuletzt verkaufte die Zeitung noch knapp 14.000 Exemplare (IVW 2/2012).

Sollte kein neuer Investor gefunden werden, dürfte der Zeitung das Aus drohen. Von einer Schließung wären 50 Mitarbeiter betroffen, davon die Hälfte aus der Redaktion. Wolfgang Stöckel, Vorsitzender des Bayerischen Journalisten Verbands appelliert an das Verantwortungsgefühl des Verlegers: "Gunther Oschmann ist in Nürnberg als Mäzen für Kultur und Medien sehr geschätzt. Nun muss er sich seiner Verantwortung stellen und eine Monopolisierung des Zeitungsmarktes in der Noris verhindern." Erst kürzlich hatten die "Nürnberger Nachrichten" und die "Nürnberger Zeitung" eine weitgehende redaktionelle Zusammenarbeit vereinbart. dh
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