Nokia rüstet sich mit Symbian-Übernahme gegen Google

Mittwoch, 25. Juni 2008
Bereits heute laufen Nokia-Handys mit Symbian-Software
Bereits heute laufen Nokia-Handys mit Symbian-Software

Nokia wappnet sich mit einer Akquisition für den immer härter werdenden Wettbewerb im mobilen Internetmarkt. Der finnische Handyriese wird Symbian Limited komplett übernehmen. An dem weltgrößten Anbieter von Handybetriebssystemen ist Nokia bereits mit 48 Prozent beteiligt, die aktuellen Teilhaber Sony Ericsson, LM Ericsson, Samsung, Panasonic Mobile und Siemens sollen für ihre Anteile nun rund 264 Millionen Euro von Nokia erhalten.

Mit der Übernahme schafft Nokia gleichzeitig die Basis für die Symbian Foundation. Die Non-Profit-Stiftung, die auch von AT&T, LG, Motorola, Samsung, ST Microelectronics, Texas Instruments und Vodafone unterstützt wird, will eine offene mobile Software-Platform für Entwickler etablieren. Die Softwarelösungen sollen künftig lizenzfrei abgegeben werden und fremden Entwicklern offenstehen (Open-Source).

Mit diesem Schritt rüstet sich Nokia auch für den Kampf gegen den Internetriesen Google, der unter dem Namen Android noch in diesem Jahr ebenfalls ein kostenloses Betriebssystem für Handys auf den Markt bringen will. Auch Microsoft (Windows Mobile), Apple (Mac OS X) und RIM (Blackberry OS) bieten eigene, allerdings geschlossene Betriebssysteme für Handys an. Der Marktführer im Bereich der Handy-Betriebssysteme ist jedoch eindeutig Symbian. Bislang laufen rund 60 Prozent aller Konvergenz-Geräte (Smartphones) mit dem Symbian OS Betriebssystem. 2007 war auf rund 7 Prozent aller verkauften Handys weltweit die Symbian-Software installiert.

"Das ist ein wichtiger Meilenstein in unserer Software-Strategie", kommentiert Nokia-CEO Olli-Pekka Kallasvuo die Akquisition. Symbian sei bereits heute die führende Plattform für mobile Geräte, die Gründung der Symbian Foundation werde die "attraktivste Plattform für mobile Innovation schaffen. Nach Ansicht von Kallasvuo werden so völlig neue internetbasierte Applikationen entstehen.

Mit dem Kauf versucht Nokia auch seine Entwicklung vom reinen Handyhersteller zu einem internetgetriebenen Servicekonzern zu beschleunigen. Unter dem Namen Ovi hat Nokia bereits ein Portal gestartet, auf dem Nutzer Navigationslösungen, Musik und Games herunterladen können. Mit der Übernahme von Symbian dürften die technischen Hürden etwa bei der Entwicklung neuer Applikationen für Nokia nun deutlich niedriger werden.   
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