Noch kein Ende der Werbedelle absehbar

Montag, 12. November 2001

Obgleich die klassischen Medien mit einem Umsatz von rund 3,3 Milliarden Mark im Oktober deutlich höhere Werbeeinnahmen gegenüber den Vormonaten verzeichneten, ist eine generelle Trendwende auf dem Werbemarkt noch nicht in Sicht. Mit einem durchschnittlichen Minus von 9,2 Prozent fielen die Umsätze gegenüber Oktober 2000 deutlich geringer aus. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen AC Nielsen in seiner aktuellen Erhebung zum deutschen Werbemarkt. Danach liegen die kumulierten Gesamtumsätze der Medien von Januar bis Oktober 2001 bei etwa 27,2 Milliarden Mark. Das entspricht einem Minus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum für das Jahr 2000.

Von der rückläufigen Entwicklung des Werbemarkts ist derzeit besonders die Printbranche betroffen. Von Januar bis Oktober 2001 verzeichneten Zeitungen und Fachzeitschriften gegenüber dem Vorjahreszeitraum durchschnittliche Umsatzeinbußen von 10,4 und 15,8 Prozent. Deutlich besser schnitten die Publikumstitel ab. Hier lag der Rückgang der Werbeumsätze lediglich bei 1,5 Prozent. Der Hörfunk konnte im Oktober sein Minus relativieren und rangiert mit einem Umsatzminus von 9,4 Prozent gegenüber den ersten zehn Monaten des Jahres 2000 im Mittelfeld der Werbeträger.

Die TV-Sender haben sich nach den massiven Werbeausfällen im September wieder etwas erholt und verbuchen im Oktober 2001 ein Umsatzplus von 307 Millionen Mark gegenüber dem Vormonat. Beim Vergleich der kumulierten Werbeumsätze schneidet die Mediensparte TV trotz eines Minus von 4 Prozent deutlich besser als der Durchschnitt ab. Am geringsten beeinflusst von der Werbedelle ist die Außenwerbung. Trotz Umsatzeinbußen von 11,1 Prozent im Oktober (verglichen mit Oktober 2000) liegt die Plakatbranche mit einem kumulierten Umsatzminus von 0,5 Prozent gegenüber Januar bis Oktober 2000 an der Spitze der klassischen Medien.
Meist gelesen
stats