No Sex, please: Apple löscht tausende Apps

Montag, 22. Februar 2010
Verbietet Apple jetzt auch das "Bild"-Girl auf dem i-Phone?
Verbietet Apple jetzt auch das "Bild"-Girl auf dem i-Phone?
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Apple iPhone Kultmarke Jon Atherton Techcrunch Axel Springer


Die vom Apple-Boom ausgelöste Flut der iPhone-Apps lässt die amerikanische Kultmarke offenbar übermütig werden. Medienberichten zufolge hat Apple mehrere Tausend dieser Programme kurzerhand aus seinem App-Store gelöscht. Grund sind dem Vernehmen nach neue Richtlinien, die Nutzer vor "offenkundig anstößigen sexuellen Inhalten" schützen sollen. Eine Ankündigung, die für reichlich Verwirrung sorgt. Unter App-Entwicklern herrscht derzeit jedenfalls große Unklarheit darüber, was Apple genau unter anstößigen sexuellen Inhalten versteht. So berichtet etwa Wobble-Entwickler Jon Atherton unter Berufung auf einen Apple-Mitarbeiter gegenüber dem Technologie-Blog Techcrunch, dass sogar die Abbildung von Frauen (und Männern!) in Bikinis von Apple nicht mehr toleriert werde. Auch Inhalte, die sexuelle Assoziationen wecken oder - noch schlimmer - sexuell anregend wirken könnten, sollen laut Atherton auf dem Index stehen.

Sollte dies den Fakten entsprechen, hätten viele App-Anbieter ein echtes Problem. Dazu gehört auch Axel Springer: Zwar lässt das "Bild"-Girl auf dem iPhone nicht alle Hüllen fallen. Doch die Damen, die sich - sobald ein Nutzer sein iPhone schüttelt - bis auf BH und Slip entblättern und dabei auch noch lustvoll stöhnen, dürften wohl kaum dem strengen Apple-Zensor gefallen.

Apple selbst gibt sich in dieser Angelegenheit gewohnt zugeknöpft. "Sobald sich Nutzer über anstößige Inhalte beschweren, überprüfen wir das. Wenn wir zu der Einschätzung kommen, dass diese Apps ungeeignetes Material enthalten, sperren wir sie", erklärt ein Apple-Sprecher auf Anfrage von HORIZONT.NET. Wie genau Apple zu der Einschätzung kommt, ob ein Angebot ungeeignet ist oder nicht - kein Kommentar. Immerhin werden die betroffenen Entwickler nach Angaben des Sprechers darauf hingewiesen, dass sie ihre Angebote ändern müssen, sofern sie von Apple vertrieben werden wollen. mas
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