Nielsen: Werbemarkt wächst um 6,7 Prozent

Mittwoch, 21. April 1999

Mit einem Plus von 6,7 Prozent startete der deutsche Werbemarkt ins Jahr 1999. In den ersten drei Monaten gaben die werbungtreibenden Unternehmen nach Angaben der AC Nielsen Werbeforschung 7,4 Millarden Mark für klassische Werbung aus. Ein überdurchschnittliches Wachstum von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichneten die Printmedien. Mit einem Umsatz von 3,56 Milliarden Mark brutto konnten sie den Abstand zu den elektronischen Medien mit 3,67 Milliarden Mark (plus 6,9 Prozent) weiter verringern. Dabei verbuchten die Publikumszeitschriften 1,61 Milliarden Mark (plus 5,8 Prozent) und die Zeitungen 1,73 Milliarden Mark (plus 10 Prozent). Gegenläufig war mit 216 Millionen Mark (minus 4,2 Prozent) der Trend bei der Fachpresse. Im Negativtrend lag in den ersten drei Monaten auch der Werbeträger Plakat. Die Außenwerber mußten ein Minus von 5,3 Prozent auf 157 Millionen Mark verbuchen. Zum Wachstumsschub der elektronischen Medien trug vor allem der Hörfunk mit einem Plus von 19,7 Prozent auf 428 Millionen Mark bei. Dagegen konnten die TV-Sender nur mit einem vergleichsweise moderaten Umsatzplus von 5,4 Prozent auf 3,24 Milliarden Mark aufwarten. Während Marktführer RTL um 6,3 Prozent zulegte, erzielte Sat 1 nur ein mageres Plus von 1,2 Prozent. Pro Sieben mußte sogar als einziger TV-Sender einen Umsatzeinbruch von 2 Prozent hinnehmen. Die ARD legte um 3,8 Prozent und das ZDF um 11,6 Prozent zu. Über zweistellige Zuwachsraten konnten sich die 2. TV-Liga und die Spartensender freuen. Allen voran punktete Super RTL mit einem Wachstumsschub von 31 Prozent, gefolgt vom DSF mit 29,7 Prozent und N-TV mit 25,6 Prozent. Bei den Top-Werbebranchen führt nach wie vor die Automobilindustrie das Ranking an, die Hersteller erhöhten ihre Spendings im ersten Quartal 1999 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,1 Prozent auf 804,1 Millionen Mark. Auf Platz zwei folgen die Massenmedien (plus 3,9 Prozent auf 640,6 Millionen Mark). Mit einer satten Steigerung von 72,6 Prozent auf 507,0 Millionen Mark schob sich die Telekommunikationsbranche auf den dritten Platz vor und verdrängte die Handelsorganisation auf Platz 4. Top-Werbekunde im ersten Quartal ist wie gewohnt Procter & Gamble, die allerdings ihre Werbeinvestitionen um 12,3 Prozent auf 152 Millionen Mark drosselten. Die Deutsche Telekom AG belegt mit Spendings von 103,7 Millionen Mark den zweiten Platz: ihre Budgeterhöhung von 53,6 Prozent trug erheblich zum Werbeschub der Telekommunikationsbranche bei. Ferrero, Frankfurt, kommt mit Werbeinvestitionen von 101 Millionen Mark auf Rang 3 der Top-Kunden-Liste (plus16,7 Prozent), gefolgt von Volkswagen, die ihre Spendings um knapp 99 Prozent auf 97,6 Millionen Mark nahezu verdoppelten.
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