Nielsen Media Research: Werbemarkt bricht um 4,9 Prozent ein

Freitag, 13. Dezember 2002

In den ersten elf Monaten dieses Jahres müssen die Medien ein Werbeminus von 4,9 Prozent verkraften. Insgesamt wurden nach einer Auswertung von Nielsen Media Research 14,9 Milliarden Euro brutto in klassische Werbung investiert. Die stärksten Einbußen müssen die Publikumszeitschriften hinnehmen, die ein Minus von 7,2 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro verzeichnen.

Ebenfalls ein überdurchschnittliches Minus müssen die TV-Sender verkraften, deren Bruttowerbeerlöse um 5,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro sinken. Funk verliert 3,8 Prozent und erreicht 834 Millionen Euro, die Tageszeitungen liegen - allerdings ohne Berücksichtigung des herben Anzeigeneinbruchs im Rubrikengeschäft, den Nielsen Media Research nicht erfasst - bei einem Minus von 3,2 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Plakat verliert 1,4 Prozent auf 433 Millionen Euro.

Im Plus liegen dagegen die Internetwerbung mit einem Zuwachs von 21,4 Prozent auf 229 Millionen Euro und die Gattung der Fachzeitschriften, die von Januar bis November um 1 Prozent auf 376 Millionen Euro wächst.

Die größte werbungtreibende Branche sind die Automobilhersteller, die mit 1,5 Milliarden Euro bis November fast 6 Prozent mehr in Media investierten als im Vorjahreszeitraum. Den größten Anteil daran hat Opel. Die Rüsselsheimer haben in den bisherigen 11 Monaten mit über 140 Millionen Euro brutto 9,4 Prozent mehr in klassische Werbung investiert als im Vorjahr - dicht gefolgt von Daimler-Chrysler (137 Millionen Euro; plus 27 Prozent). Der Handel legte um 5 Prozent auf 1 Milliarde Euro zu - Platz 3 im Gesamtranking.

Die größten Werbungtreibenden sind Procter & Gamble mit 260 Millionen Euro (plus 55 Prozent) und Ferrero mit 209 Millionen Euro bis Ende November (minus 6 Prozent). Nach wie vor zweistellige Einbrüche verzeichneten Telekommunikation (minus 25 Prozent auf 510 Millionen Euro), Spezialversender (minus 25 Prozent auf 408 Millionen) und die Finanzdienstleister (minus 19 Prozent auf 387 Millionen). Auf niedrigerem Niveau fast verdoppelt haben sich die Werbespendings der Hygienepapier-Hersteller - auf nunmehr 86 Millionen Euro.
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