"Nicht konsequent genug": Osterkorn-Nachfolger Wichmann kritisiert den "Stern"

Mittwoch, 16. Januar 2013
Dominik Wichmann
Dominik Wichmann

Was für ein Einstand: Erst am Montag verkündete Gruner + Jahr, dass Dominik Wichmann im Mai die langjährigen "Stern"-Chefredakteure Thomas Osterkorn und Andreas Petzold ablösen wird. Drei Tage später übt der 41-Jährige bereits laut und deutlich Kritik an dem Magazin - und das ausgerechnet im Konkurrenzblatt "Zeit". „Die Marke glänzt nicht“, auch wenn der „Stern“ „immer noch die meistgelesene Zeitschrift in Deutschland“ sei, zitiert die "Zeit" Wichmann. Der bisherige Stellvertreter von Osterkorn und Petzold ist wie berichtet ab sofort bis Ende April dritter gleichberechtigter Chef des Wochenmagazins und übernimmt im Mai die alleinige Verantwortung.

Wichmann glaubt offenbar, dass es einiges zu verbessern gibt. So würden die "sehr hohen Erwartungen" der „Stern“-Leser "derzeit nicht gut genug erfüllt, "sonst hätten wir eine höhere Auflage und ein besseres Image“, wird Wichmann in der Holtzbrinck-Wochenzeitung zitiert. „Der ‚Stern’ muss das Leben lieben. Wenn ich mir das aktuelle Heft anschaue, dann tun wir das nicht konsequent genug. Ich will wieder mehr Wert auf das Erzählen in Bildern legen, auf Interviews, Augenzeugenberichte. Weil es die wärmeren, empathischeren, unmittelbareren Ausdrucksformen sind. Print darf den Leser nicht kaltlassen", so Wichmann weiter. Zugleich dankt er seinen Vorgängern dafür, dass sie den Wandel angestoßen haben und begleiten. „Das ist großartig.“ mas
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