"Nicht ausreichend angenommen": Spiegel-Verlag stellt "New Scientist" ein

Donnerstag, 11. April 2013
Das Cover der Erstausgabe des deutschsprachigen "New Scientist" vom November 2012
Das Cover der Erstausgabe des deutschsprachigen "New Scientist" vom November 2012

Der Spiegel-Verlag beerdigt sein Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Die letzte Ausgabe wird am 31. Mai 2013 erscheinen, wie der Verlag mitteilt. "Das publizistische Konzept wurde im deutschen Markt nicht ausreichend angenommen", sagt Michael Plasse, Geschäftsführer der New Scientist Deutschland, die den deutschsprachigen "New Scientist" herausgibt. Der Titel war erst im November 2012 auf den Markt gekommen; jüngst hatten allerdings Gerüchte von schleppenden Verkaufszahlen die Runde gemacht. Man sehe daher keine ausreichende wirtschaftliche Perspektive. "Wir bedauern die Entscheidung sehr und danken allen Mitarbeitern in Redaktion, Dokumentation und Verlag für ihr großes Engagement", so Plasse weiter. Vergangene Woche hatte Kai-Hinrich Renner im "Hamburger Abendblatt" berichtet, dass sich der "New Scientist" am deutschen Lesermarkt schwer tue. Insgesamt hätte das Blatt nur 6000 Abonennten, von denen ein Gutteil lediglich im Besitz eines Probe-Abos sei. Die verkaufte Auflage habe laut Renner im unteren fünfstelligen Bereich gelegen. Eine Verlagssprecherin hatte eine Entscheidung über die Zukunft des "New Scientist" damals bis spätestens Mitte des Jahres angekündigt.

Der deutschsprachige Ableger des britischen "New Scientist" erscheint im eigens gegründeten Verlag New Scientist Deutschland, einer 100-prozentigen Tochter des Spiegel Verlags. Lizenzgeber ist der britische Verlag Reed Business Information, eine Tochter des Medienkonzerns Reed Elsevier. Chefredakteur ist Lothar Kuhn. ire
Meist gelesen
stats