Next09: Jeff Jarvis fordert von Unternehmen mehr Vernetzung

Dienstag, 05. Mai 2009
Jeff Jarvis
Jeff Jarvis

Der US-Medienexperte Jeff Jarvis sieht Unternehmen vor einem fundamentalen Strukturwandel. Dieser sei unabhängig von der Finanzkrise. Der Autor von „What Would Google Do?" eröffnete mit seiner Keynote die Next09. Mit rund 1300 Besuchern ist die Webkonferenz der Hamburger Interaktivagentur SinnerSchrader ein Gradmesser für die Stimmug der Branche. In seiner Keynote forderte Jarvis einen neuen Umgang der Unternehmen mit den Kunden. Gefragt sei künftig ein mehr an Verflechtung und Vernetzung. Medien müssten sich selbst mehr in bestehende Communities einbringen. Die von Google befeuerte neue Wirtschaftsordnung bringe ein Ende des Massenmarktes mit sich. Medien und Werbung müssten sich stattdessen auf viele kleine Nischen einrichten. Mittelmänner, so Jarvis, seien in diesen System immer weniger gefragt. Unternehmen müssten sich darauf einstellen, den Kunden mehr zuzuhören und mit ihnen zu kollaborieren. Transparenz werde dafür immer wichtiger. Als Vorbild nennt er dabei das Google-Motto „Dont be evil". Jarvis Forderung: Mehr Einfluss für den Kunden. Man solle ihn zwar nicht zum Küchenchef machen, aber ihn mehr als bislang in die Entwicklung einbinden.

Die next09 steht in diesem Jahr unter dem Motto "Share Economy". Der Begriff geht auf den Wirtschaftstheoretiker Martin Weitzman zurück. Die Grundidee lautet: Je mehr wir unseren Erfolg mit anderen teilen, umso mehr profitieren wir selbst. "Viele Unternehmen müssen sich noch daran gewöhnen, dass sich die Machtverhältnisse heute durch das Internet zugunsten des interaktiven Konsumenten verschoben haben", sagt SinnerSchrader-Vorstandchef Matthias Schrader. ork
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