Next 2012: Digitale Kreation trifft Technik und Business

Dienstag, 24. April 2012
Gemeinsame Chairmen: Matthias Schrader (l.), Martin Enderle
Gemeinsame Chairmen: Matthias Schrader (l.), Martin Enderle

Am 8. Mai ist es wieder soweit: Bei der Next Berlin wird die Hauptstadt zwei Tage zum Nabel der internationalen Digitalszene.  2000 Gäste werden zum großen Schaulaufen der Internetszene erwartet. Erstmals ist die Deutsche Telekom Hauptsponsor des von der Internetagentur SinnerSchrader organisierten Events. HORIZONT.NET unterhielt sich im Vorfeld mit den beiden Chairmen der Veranstaltungen, Matthias Schrader, CEO SinnerSchrader, und Martin Enderle, (CEO) der Scout24-Gruppe und zugleich Senior Vice President Digital Services bei der Deutsche Telekom. Matthias Schrader, seit Jahren veranstaltet SinnerSchrader die Next. Was bewegt eine Internet-Agentur, als Veranstalter aufzutreten?

Zunächst einmal ist es der Durst nach Inspiration, Trends und Neuheiten. Wenn wir nicht verrückt nach Digital wären, gäbe es uns als Agentur nicht - und auch nicht die NEXT. Da sucht man ständig nach Möglichkeiten, mit spannenden Leuten und Themen in Kontakt zu kommen. Alls wir 2006 feststellten, dass es hierzulande keine passende Veranstaltung dafür gibt, haben wir kurzerhand selbst eine ins Leben gerufen. In der deutschen Konferenz- und Kongresslandschaft gibt es für die NEXT reichlich Platz. Denn Digitalisierung im NEXT-Sinne ist mehr als digitale Kommunikation. Digitales Marketing ist mehr denn je Innovationsmotor und Business-Treiber. Die Marketingverantwortlichen der Unternehmen wissen das und kommen deshalb auf die NEXT. Nur dort treffen sie die Mischung aus Kreation, Technik und Business.

Martin Enderle, die Deutsche Telekom tritt zum ersten Mal als Hauptpartner der Next auf, René Obermann hält die Keynote. Warum?

Die digitale Revolution ist in vollem Gange und erreicht nun nachhaltig auch große Unternehmen. Die Deutsche Telekom sieht dies als Chance diesen Wandel aktiv zu gestalten und verfolgt die Strategie durch Partnerschaften und Vernetzung mit der digitalen Wirtschaft ihre Innovationskraft zu potenzieren. Die NEXT ist für die Telekom daher eine perfekte Plattform, um sich mit internationalen Unternehmern, Kreativen, Strategen und Investoren zu vernetzen. Deshalb bauen wir gemeinsam mit SinnerSchrader die NEXT zur führenden digitalen Konferenz in Europa aus und freuen uns auf Rene Obermann als Keynote Speaker.

Wie revolutioniert das digitale Zeitalter die Agenturszene?

Schrader: Die Marketingprobleme von Unternehmen sind allein durch Kommunikation nicht mehr zu lösen. Für die Konsumenten sind heute die digitalen Kanäle die wichtigsten, um sich über Marken zu informieren und ihre Angebote zu nutzen. Und dort ist es hochkomplex geworden. Mit vielen Themen, die Marketers lösen müssen: Plattform, Media, dann die Zusammenhänge zwischen Branding und Performance bis hin zur Business Intelligence. Dies ist eine große Herausforderung für Agenturen. Noch wichtiger wird es aber künftig für die Agenturen sein, gemeinsam mit den Kunden Antworten auf die Frage zu finden, was der eigentliche Wertbeitrag der Marke ist. Durch die brutale Angebots- und Preistransparenz im Netz sind alle Anbieter gezwungen, zu handeln. Entweder durch intelligente Discountstrategien oder durch relevante Service- und Produktinnovationen. Wir spüren bereits jetzt, wie sich unsere Aufgabenstellungen deutlich erweitern.

Und wie revolutioniert das digitale Zeitalter die Unternehmen? Enderle: Nachhaltiger und radikaler als vielen bewusst ist. Schauen Sie sich insbesondere die e-Commerce Entwicklung an: dort bleibt kein Stein mehr auf dem anderen! Wer hätte gedacht, dass ein junges Unternehmen wie Zalando einen Konzern wie Otto bedroht oder Amazon selbst gut positionierte Retailer wie MediaSaturn zum Umdenken zwingt? Das Zusammenspiel von Technologie, Kreativität, schneller Skalierbarkeit von Geschäften und direkter Kundeninteraktion über das Internet, gepaart mit der hohen Verfügbarkeit von Kapital bilden den Nährboden für die Neuordnung kompletter Wertschöpfungsstufen. Hier findet „Business Innovation" statt und große Unternehmen müssen sich durch geeignete flexible Strukturen und eine offene Innovationskultur schnell darauf einstellen.

Was sind für Sie die herausragenden Digital-Trends in den kommenden 12 Monaten? 

Schrader: Wir erleben im Moment eine Bewegung, die mit Trend unangemessen umschrieben wäre. Es geht vielmehr um eine fundamentale Wahrnehmungsveränderung und zwar in den Köpfen des Top-Managements. Dort ist jetzt glasklar angekommen: Wir müssen uns radikalst digitalisieren. Wir sprechen da von fast einem Jahrzehnt, das uns in Deutschland verloren gegangen ist. Ein Aufholbedarf, der gigantisch ist. Sehr spannend. Auf der tatsächlichen Trend-Ebene glauben wir, dass Mobile weiter an Bedeutung gewinnen wird, auch das Thema Connected-Devices und vor allem Daten, Daten, Daten.


Enderle: Von Moden abgesehen ändern sich die langfristigen Trends nicht so schnell: Mobile, Social Commerce und das große zugrunde liegende Thema „Big Data": Wie schaffe ich Relevanz aus meinem Datenpool für die Nutzer? Bei der NEXT beschäftigen wir uns ausführlich mit diesen Trends und ihrem Einfluss auf die „post-digitale" Gesellschaft in der „Digital" so selbstverständlich ist wie heute Licht oder Strom.

Was erwarten Sie von der Next, auf was freuen Sie sich am meisten?

Schrader: Auf ganz viel Inspiration, Antworten auf die Frage, wie Leben und Geschäft in einer postdigitalen Welt aussehen und natürlich viele interessante Gespräche. Ich bin gespannt auf das Zusammentreffen von Protagonisten der jungen, wilden Berliner Start-up-Szene mit ihren internationalen Peers. Aber auch auf der Agenturseite freue ich mich auf den Austausch mit den Kollegen von beispielsweise. AKQA, R/GA, Dentsu und vielen mehr. 

Enderle:
Ich erwarte dieses Jahr die spannendste NEXT, die je stattfand - vor allem auch durch unsere großartigen, internationalen Speaker wie Rene Obermann, David Weinberger, Mike Butcher und viele andere. Auf den Startup-Wettbewerb, den wir veranstalten, freue ich mich natürlich besonders, wir haben die doppelte Anzahl an Bewerbungen wie im vergangenen Jahr erhalten! Dies untermauert den Anspruch, mit der NEXT in Berlin die europäische Topkonferenz der Digitalen Wirtschaft zu etablieren. Interview: Volker Schütz
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