Next 2012: Deutsche Telekom umgarnt Internet-Startups / Livestream von der Conference

Dienstag, 08. Mai 2012
Telekom-Boss René Obermann will von Start-ups lernen
Telekom-Boss René Obermann will von Start-ups lernen

Die Deutsche Telekom (DT) bezirzt auf der Internet-Konferenz Next die „jungen Wilden" der internationalen Internetszene. In seiner Keynote beschwört Telekom-CEO René Obermann die rund 1800 Teilnehmer: „Im digitalen Zeitalter muss man Tanzen können. Und mit Ihrer Hilfe wollen wir Tanzen lernen." Kaum hat man sich im Mainstream-Marketing daran gewöhnt, Teilnehmer oder Zaungast - je nachdem  - der digitalen Revolution zu sein, da rufen die Digital-Revolutionäre schon das „post-digitale Zeitalter" aus. „Online und Digital sind Bestandteile unseres täglichen Lebens, Technologie ist Mainstream geworden", sagt Matthias Schrader, CEO von SinnerSchrader und Chairman der Next. Als führende europäische Konferenz für die digitale Industrie versteht sich die siebte Next. Zum dritten Mail findet das Event in Berlin statt. Und Veranstalter SinnerSchrader hat es geschafft, die Deutsche Telekom als Partner zu gewinnen. „Die digitale Revolution", so Martin Enderle, CEO der zur Telekom zählenden Scout-Gruppe und zweiter Chairman des Events, „ist bei den Unternehmen angekommen und sorgt dafür, dass sich Technikverständnis und Kultur verändern."

Livestream von der Next

Offensichtlich auch bei der Telekom. In seiner Keynote betont René Obermann: „Wir öffnen uns und wir brauchen große und kleine Partner, um weiterhin innovativ und marktführend zu sein." Der Partner-Gedanke - „Im digitalen Zeitalter kann man nicht alles selbst machen" (Obermann) - gehört schon seit Amtsantritt zum Credo des Telekom-Chefs. Nun will die Telekom diese Philosophie auch auf Startups und junge Unternehmer der Internetszene übertragen.

Hub:raum ist der Name des neuen Inkubators, der dem Großraum-Tanker Telekom Dampf machen soll. Entsprechend vollmundig ist die Ankündigung auf der Website: „Ihr seid die Internet-Unternehmen von morgen? Dann lasst uns zusammen etwas Großes aus Eurer Idee machen." Früher hätte man dazu gesagt: Hier bahnt sich eine Win-Win-Situation an: Die Telekom bekommt neue Ideen (und frischen Schwung), Startups haben beim Launch ihres Business Zugriff auf das Online-Werbenetzwerk und die Distribution über die Telekom-Shops. Parallel dazu hat die Telekom die hauseigene Beteiligungs-Unternehmung T-Venture refokussiert, so Obermann. Zwischen 15 und 20 Deals pro Jahr sollen künftig getätigt werden. Partnerschaften mit Groupon und Lookout existieren bereits, an Deutschlands derzeit hippstem Startup, MyTaxi, hat sich die Telekom auch beteiligt.

Die Telekom-Initiative kommt spät, aber sie kommt nicht zu spät. Bekanntermaßen soll das Unternehmen gemäß der von Obermann 2010 ausgegebenen „Strategie 2.0" im Jahr 2015 fast die Hälfte des Gesamtumsatzes mit Business jenseits des Kerngeschäfts machen: Internet, intelligente Netze, Mobile und andere digitale Geschäftsfelder sollen die Telekom auf Wachstumskurs bringen - und gegen die globalen Player konkurrenzfähig machen. Dazu braucht die Telekom die „jungen Wilden" der internationalen Internetszene. Gut für die Telekom, mit Obermann über einen juvenilen CEO zu verfügen. Er sei ja einer der Älteren hier, kokettierte Obermann in seiner Keynote, aber er sei durchaus fit im Umgang mit digitalen Applikationen. Seine Message: „Wir wollen lernen, auch von kleineren Partnern." vs
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