News International entschädigt 19 Abhöropfer

Freitag, 20. Januar 2012
Rupert Murdoch und sein Sohn James im Juli bei der Befragung durch das englische Parlament
Rupert Murdoch und sein Sohn James im Juli bei der Befragung durch das englische Parlament


Der englische Zeitungsverlag News International hat die ersten 19 Opfer seiner illegalen Abhöraktionen entschädigt. Insgesamt erhalten die Geschädigten 645.000 Pfund (rund 750.000 Euro). Der Verlag, der zum Medienimperium News Corporation von Rupert Murdoch gehört, stimmte dem Vergleich am Donnerstag vor einem Londoner Gericht zu. Die Opfer bekamen Entschädigungen zwischen 30.000 und 60.000 Pfund. Zu den Betroffenen gehörte unter anderem der Schauspieler Jude Law, der Fußball-Profi Ashley Cole, der ehemalige englische Vize-Premierminister John Prescott und mehrere Parlamentsabgeordnete. Die höchste Entschädigung geht an Jude Law. Offenbar fürchtete News Corp. in seinem Fall eine weitere Klage in den USA, wo die Entschädigungssumme wohl wesentlich höher ausgefallen wäre. Der Schauspieler betonte in einer Erklärung, ihm gehe es ihm nicht ums Geld, sondern um die Wahrheit.

Beendet ist der Skandal für News Corp. damit indes wohl noch lange nicht: Nach den Ermittlungen von Scotland Yard haben die Journalisten von News International rund 800 Personen systematisch abgehört. Auf den Medienkonzern dürfte also noch eine ganze Welle von Entschädigungsforderungen zukommen.

Im vergangenen Sommer war bekannt geworden, dass Journalisten des Zeitungskonzerns systematisch die Mobiltelefone von Prominenten und Opfern von Verbrechen abgehört hatten, um an exklusive Informationen zu gelangen. In der Folge des Skandals machte Murdoch die tradtitionsreiche Sonntagszeitung "News of the World" dicht. dh
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