"New York Times" setzt im Netz auf ein abgestuftes Bezahlmodell

Freitag, 08. Oktober 2010
Das Portal der "NYT" verschwindet bald hinter einer Bezahlschranke
Das Portal der "NYT" verschwindet bald hinter einer Bezahlschranke


Die "New York Times" glaubt an zusätzliche Erlöspotenzial im Internet und baut seine Online-Aktivitäten weiter aus. "Ich bin mir sicher, dass man mit Onlinewerbung Geld verdienen kann", sagt New-York-Times-Chefin Janet Robinson gegenüber der "Financial Times Deutschland". Darüber hinaus versucht der Zeitungskonzern derzeit, neue Erlösquellen im Internet zu erschließen. Aktuell erzielt der US-Medienkonzern rund 16 Prozent seiner Erlöse mit Onlinewerbung. Ab dem kommenden Jahr soll das Onlineportal NYT.com kostenpflichtig werden. Dabei setzt Konzernchefin Robinson auf ein abgestuftes Modell: Nutzer können eine bestimmte Anzahl von Beiträgen pro Monat kostenlos lesen - für jeden weiteren Artikel werden sie dann zur Kasse gebeten. Für Abonnenten sind besondere Angebote vorgesehen. Das Modell ist Ergebnis eines umfangreichen Evaluierungsprozesses: "Wir haben uns ein Jahr lang intensiv vorbereitet", sagt Robinson in der FTD: "Wir haben die Zahlungsbereitschaft bei unseren Lesern abgefragt und welche Bezahlmodelle sie bevorzugen."

Um die Werbeerlöse nicht zu gefährden, soll die Seite für Suchmaschinen, Blogs und soziale Netzwerke aber weiterhin erreichbar bleiben. Damit geht die "New York Times" einen anderen Weg als Konkurrent Rupert Murdoch, der das Online-Portal der englischen "Times" komplett kostenpflichtig gemacht hat und dafür auf einen Großteil der Reichweite verzichtet. Details zu seinem Bezahlmodell will die "New York Times" im Dezember vorstellen.

Bereits im November startet zudem eine App der NYT für das iPad von Apple. Nach einer kostenlosen Einführungsphase soll die App zeitgleich mit der Website kostenpflichtig werden. Derzeit laufen noch die Verhandlungen über die Aufteilung der Erlöse zwischen Apple und der "New York Times". Erst kürzlich hatte sich der Technikkonzern mit eine Reihe anderer Verlage auf eine Vertriebskoopertion geeinigt, die Apple einen saftigen Anteil an den Umsätzen sichert: So fließen 30 Prozent der Vertriebs- und satte 40 Prozent der Werbeerlöse in die Taschen des IT-Konzerns. "Wir haben von der Vereinbarung gehört, uns diesem Modell aber nicht angeschlossen", so Robinson. dh
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