"New York Times" auf Gratis-Kurs im Netz / Murdoch will nachziehen

Mittwoch, 19. September 2007

Die Ära Paid Content neigt sich dem Ende entgegen. Heute stellt auch das journalistische Dickschiff "New York Times" sein Online-Bezahl-Angebot Timesselect ein. Ab sofort sind die Beiträge der 23 Kolumnisten, alle Inhalte des Archivs seit 1986 und Beiträge aus den Jahren 1851 bis 1922 kostenlos zugänglich. Bislang waren dafür 7,95 US-Dollar pro Monat fällig. Kostenpflichtig bleiben nur noch die Archivinhalte der Jahre 1922 bis 1986, die Online-Kreuzworträtsel sowie die Digital-Version der Print-Ausgabe. Geschäftsführerin Vivian Schiller erhofft sich von der Öffnung der Website mehr Treffer bei Suchmaschinen, "mehr Leser und einen Anstieg der Werbeeinnahmen". Als ersten Neukunden hat die Website American Express gewonnen.

Gleiches hat Medienmogul Rupert Murdoch mit dem "Wall Street Journal" vor. Obwohl die Übernahme des Verlags Dow Jones noch nicht vollzogen ist, denkt er bereits laut darüber nach, den Internetauftritt der Wirtschaftszeitung kostenlos zugänglich zu machen. Dabei gilt die Website als Beispiel, wie sich mit einem Paid-Content-Modell profitabel wirtschaften lässt. Die geschätzten 50 Millionen Dollar Umsatz sind Murdoch nicht genug. Er ist überzeugt, dass mit einer werblichen Vermarktung mehr Geld zu machen ist. bn

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