Neun Vermarkter gründen Initiative für In-Page-Werbung

Freitag, 08. Juni 2012
Der Halfpage Spot Expanding ist mit im Video Ad Package enthalten
Der Halfpage Spot Expanding ist mit im Video Ad Package enthalten

Die Forderung nach Standards ist in der Onlinewerbebranche immer da und wird besonders laut, wenn ein Segment boomt. Dies ist aktuell bei Videowerbung der Fall. Doch während In-Stream bereits standardisiert ist, fehlte es bei In-Page-Werbung noch an marktübergreifenden Formaten. Aus diesem Grund haben nun neun Vermarkter die Initiative "Video Ad Package", kurz VAP, gegründet. Im Vergleich zu In-Stream-Werbung, die als Pre-, Mid- oder Postroll im Videoplayer und damit im direkten Umfeld von Bewegtbildinhalten stattfindet, wird In-Page-Werbung in klassischen Display-Formaten ausgespielt. Daher eint die neun Gründungsmitglieder auch, dass sie alle keinen TV-Hintergrund haben: FreeXmedia, G+J EMS, Interactive Media, IQ Digital, Microsoft Advertising, Ströer Interactive, Tomorrow Focus Media, United Internet Media und Yahoo. Doch diese Eigenschaft ist kein Muss, denn das Gespann kann erweitert werden, betont Philip Missler, Geschäftsführer Interactive Media: „Jeder ist eingeladen, sich der Initiative anzuschließen“, so Missler. „Sie soll keine exklusive Veranstaltung der Gründungsvermarkter bleiben.“

Ziel von VAP ist es, die Planung, Buchung und Umsetzung von Bewegtbildkampagnen zu vereinfachen und effizienter zu gestalten. Dabei haben die Vermarkter vor allem Mediaagenturen sowie Werbekunden im Blick. „Wenn zehn Vermarkter unterschiedliche Formate anbieten, bedeutet das Mehrarbeit für die Agenturen“, so Missler. „Alle haben deshalb ein Interesse daran, eine Standardisierung zu schaffen. So werden Kampagnen einfacher plan- und lieferbar.“

Allerdings ist Bewegtbildinventar weiterhin rar, die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich.Hier möchten die VAP-Initiatoren eine Alternative bieten, vor allem bei der Umfeldplanung: "Mit In-Page kann man leichter große Reichweiten in spezifischen Themen-Umfeldern erzielen als bei In-Stream, wo das Inventar begrenzt ist", erklärt Martin Lütgenau, Geschäftsführer Tomorrow Focus Media. Dem stimmt auch Gunnar Gröger, Mitglied der Geschäftsleitung bei G+J EMS, zu: "Bewegtbildwerbung braucht nicht zwingend auch Bewegtbildinhalte. Man kann alle Bereiche eines Online-Angebots nutzen und so jenseits klassischer Videoumfelder höhere Reichweiten erzielen."

Matthias Ehrlich, United Internet Media
Matthias Ehrlich, United Internet Media
Doch es geht nicht nur um Inventar, wie Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media, erklärt. Online soll nämlich auch als Medium in die Lage versetzt werden, "eine neue Funktion bei Bewegtbildkampagnen zu übernehmen". Statt wie bisher vielfach nur als Ergänzung und Verlängerung von TV und in Catch-Up-Strategien eingesetzt zu werden, könne Online mit seiner TV vergleichbaren Kontaktqualität, der hohen portfolioübergreifenden Reichweite, der Vielfalt des VAP-Formatesets und Aussteuerungsmöglichkeiten wie Targeting "spielend die Rolle des Leitmediums in crossmedialen Bewegtbildkampagnen-Konzepten übernehmen", so Ehrlich.

VAP umfasst fünf standardisierte Formate: Medium Rectangle Spot, Video Interstitial, Banderole-Spot, Halfpage Spot Expanding und Floor Ad. Dabei sind nicht nur Formatgröße, Dateigewicht und maximale Spotlänge festgelegt, sondern auch Richtlinien bezüglich (Auto-)Start von Ton und Bild, die Anzahl der automatischen Wiederholungen sowie Steuerungselemente.

Laut Online-Vermarkterkreis (OVK) wurden 2011 mit Bewegtbildwerbung 195 Millionen Euro umgesetzt. Auch wegen der höheren Preise, die mit Video Advertising erzielt werden können, gilt dieser Bereich als Wachstumstreiber der Branche. Zudem werden auch großflächige Display-Werbeformate immer häufiger nachgefragt, vor allem Wallpaper und Medium Rectangle. sw
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