Neues Medieninstitut in Berlin nimmt Arbeit auf

Freitag, 03. März 2006

Unter der Leitung von Jo Groebel wurde in Berlin das Deutsche Digital Institut (DDI) gegründet. Groebel, 55, war bisher Direktor des Europäischen Medieninstituts in Dortmund, dem er künftig beratend zur Seite stehen wird. Das private, aus einem Pool von Unternehmen finanzierte DDI macht es sich zur Aufgabe, die Mediendigitalisierung in Deutschland wissenschaftlich zu begleiten. Zwar werde sich seine Einrichtung aktiv in die öffentliche Diskussion einbringen, kündigt Direktor Groebel an: "Wir wollen und können aber explizit kein medienpolitisches Institut sein". Vielmehr soll sich das DDI vor allem mit Fragen der Akzeptanz und Refinanzierbarkeit künftiger Geschäftsmodelle im Mediensektor und deren gesellschaftlichen Auswirkungen befassen. Unterstützt wird das Deutsche Digital Institut von einem prominent besetzten Beirat, dem unter anderem Film- und Fernsehschaffende wie Volker Schlöndorff, Jan Mojto und Wolf Bauer, aber auch der EU-Abgeordnete Elmar Brok und die Wissenschaftler Jeffrey Cole und Eli Noam angehören. Unter dem Vorsitz von Bernd Schiphorst soll der maximal zwölfköpfige Beirat die Unabhängigkeit des DDI sichern. Schiphorst, bis Anfang 2003 Medienbeauftragter der Länder Berlin und Brandenburg, ist heute Vorstand der Beratungsfirma WMP Eurocom in Berlin. Mit seinem Mandat für das DDI übernimmt der 63-Jährige primär Logistik- und Finanzierungsfragen. Wichtige Kooperationspartner des Deutschen Digital Instituts sollen das Center for the Digital Future der University of Southern California in Los Angeles und das Columbia Institute for Tele Information an der Columbia University sein. bp



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