Neuer Staatsvertrag: Lotteriegesellschaften steigen ins Online-Geschäft ein

Montag, 16. Juli 2012
"Lottofee" Franziska Reichenbacher im Lottostudio (Bild: ARD)
"Lottofee" Franziska Reichenbacher im Lottostudio (Bild: ARD)

Das Lottolädchen um die Ecke bekommt jetzt bald deutlich mehr Konkurrenz aus dem Internet. In den kommenden Wochen wollen die staatlichen Lotteriegesellschaften ihre Online-Aktivitäten deutlich ausweiten. Im Zuge dessen wird auch die Online-Tippabgabe ermöglicht. „Das Angebot unter der Zentraladresse Lotto.de wird in Kürze starten“, sagt Erwin Horak, Chef von Lotto Bayern und Federführer des Deutschen Lotto- und Totoblocks, dem "Handelsblatt". Bislang sind auf den Websites der Lotteriegesellschaften lediglich allgemeine Informationen zu finden. Dass sich das jetzt ändert, hat mit dem neuen Glücksspiel-Staatsvertrag zu tun, der Anfang Juli in Kraft getreten ist und dem Lotto- und Totoblock ermöglicht, wieder im Netz aktiv zu werden.

Anzeigenmotiv für Lotto Bayern
Anzeigenmotiv für Lotto Bayern
Die staatlichen Lotteriegesellschaften hoffen auf deutliche Mehreinnahmen. „Mittelfristig wollen wir mit unseren Lotto-Angeboten unseren Umsatz auf acht Milliarden Euro steigern", so Horak im "Handelsblatt". Zuletzt haben die Deutschen 6,7 Milliarden Euro für Spiele wie das klassische Lotto „6 aus 49“, das „Spiel 77“, die „Super 6“ oder die Sportwette „Oddset“ ausgegeben. Mit dem Umsatzplus steigen auch die Einnahmen, die der Lottoblock fürs Gemeinwohl zur Verfügung stellen kann. Die Zahlungen sollen von derzeit 2,5 Milliarden Euro im Jahr auf drei Milliarden steigen.

Der neue Glücksspiel-Staatsvertrag versetzt die staatlichen Lotteriegesellschaften in die Lage, mit den privaten Anbietern Schritt zu halten, die bereits seit Jahren mit diversen Online-Glücksspielangeboten auch um deutsche Verrbaucher buhlen. Da die Angebote in der Regel vom Ausland aus gesteuert werden, waren die deutschen Behörden oft nicht in der Lage, gegen die teils illegalen Angebote vorzugehen. mas
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