Neuer RMS-Chef Ruckert: "Wir müssen uns nicht verstecken"

Freitag, 01. Juli 2011
Alexander Sempf (l.) und Florian Ruckert wollen ROI-Aspekt in Vordergrund stellen
Alexander Sempf (l.) und Florian Ruckert wollen ROI-Aspekt in Vordergrund stellen


Im ersten Interview, das der frisch gebackene RMS-Chef Florian Ruckert und sein Verkaufskollege Alexander Sempf den hauseigenen "RMS News" gegeben haben, machen sich die Gattungsneulinge für Radio stark. "Wir müssen uns nicht verstecken, weder vor Print noch vor TV", sagt Ruckert, der bis Ende Juni für den TV-Vermarkter IP Deutschland tätig war. Sempf, zuvor beim Burda-Vermarkter BCN, legt nach: "Radio kann mit deutlich breiterer Brust unterwegs sein, als wir es jetzt schon sind." Gemeinsam mit dem langjährigen kaufmännischen Geschäftsführer Robert Limper bilden Ruckert als Vorsitzender und Sempf als Sales-Geschäftsführer seit heute das neue Geschäftsführungstrio. Sempf, der möglichst schnell die Verkaufszahlen des privaten Radiovermarkters ankurbeln muss, sieht Radio in einer guten Startposition: "Von den klassischen Medien konnte Radio die Chancen der digitalen Entwicklung am besten für sich nutzen. Allerdings hapert es noch an der entsprechenden Wahrnehmung. Bei Print oder TV ist die gefühlte Bedeutung deutlich höher als die reale Stärke", sagt er. Zwar kommt Radio auf hohe Reichweiten, kann diese aber nur unterproportional monetarisieren. Von den Bruttowerbegeldern entfielen von Januar bis Mai laut Nielsen gerade mal 5,5 Prozent auf die Gattung.

Einer der Gründe ist die zersplitterte Senderlandschaft in Deutschland. Während TV von den beiden nationalen Vermarktern Seven-One Media und IP dominiert wird, die über 85 Prozent des Werbegeldes auf sich vereinen, zerfallen die Radiobudgets auf regionale und lokale Anbieter. Neben Deutschlandradio gibt es keine nationalen Programme. Für Ruckert ist das jedoch kein Grund, der gegen die Gattung spricht: "Radio kann regional Massen bewegen und ein ,Talk of the town' schaffen. Damit sind wir häufig sogar näher an den Menschen, denn wir haben Sendermarken, die regional extrem relevant und glaubwürdig sind", argumentiert er. "Dieses Potenzial wird leider noch zu oft unterschätzt. Aber das wollen wir ändern", sagt Ruckert.

Bei Kunden und Agenturen wil Ruckert die Gattung über die Effektivität ins Gespräch bringen. "Radio ist wie kein anderes Medium geeignet, den Return on Invest in Kampagnen zu befördern. Diesen Aspekt wollen wir aufgreifen, schärfen und für unsere Sender klar belegen." Ruckert folgt Andreas Fuhlisch nach, der das Unternehmen im Oktober verlassen hat und zu Bauer zurückgekehrt ist. Sempfs Posten des Sales-Geschäftsführers ist neu geschaffen. Der bisherige Verkaufsdirektor Stefan Preussler hat das Unternehmen daraufhin nach über einem Jahrzehnt Ende Juni verlassen. pap
Meist gelesen
stats