Neuer "Focus"-Chef Jörg Quoos setzt zum Start auf Politik

Montag, 07. Januar 2013
Jörg Quoos verpasst Peer Steinbrück zum Start ein Veilchen
Jörg Quoos verpasst Peer Steinbrück zum Start ein Veilchen

Im aktuellen "Focus" begrüßt auf Seite 3 zum ersten Mal der neue Chefredakteur Jörg Quoos die Leser des Nachrichtenmagazins aus dem Hause Hubert Burda Media. Und setzt gleich ein Ausrufezeichen: Auf dem Cover verpasst der langjährige Vize der "Bild"-Zeitung SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein blaues Auge. Offensichtlich will Quoos dem Nachrichtenmagazin wieder zu mehr politischer  Relevanz verhelfen. "Nach 28 spannenden Jahren bei Tageszeitungen – von der "Rhein-Neckar-Zeitung" in Heidelberg über die Berliner B.Z. bis zu "Bild" – schalte ich um auf den Rhythmus des Wochenmagazins. Ich freue mich sehr darauf, mit einer tollen Mannschaft in München und Berlin Ihnen jeden Montag das Entscheidende im FOCUS zu präsentieren", schreibt Quoos in seinem ersten "Memo des Chefredakteurs". Der langjährige Vize von "Bild"-Chef Kai Diekmann hat zum Jahreswechsel Uli Baur an der Spitze des Magazins abgelöst, der ihm "beim Wechsel freundschaftlich mit Rat und Tat zur Seite stand" und künftig gemeinsam mit seinem Vor-Vorgänger Helmut Markwort als Herausgeber fungiert.

Jörg Quoos
Jörg Quoos
Nachdem der "Focus" unter Baur wieder stark auf Themen mit Service- und Ratgebercharakter gesetzt hat - das Titelthema der letzten Ausgabe 2012 lautete "Schlank werden, schlank bleiben" - scheinen bei Quoos wieder stärker politische Themen ins Blickfeld zu rücken, auch wenn sich das Titelthema "Schlägt Steinbrück sich selbst k.o.?" die Seite 1 noch mit einem klassischen "Focus"-Aufmacher ("Die besten Methoden zur Selbstmotivation") teilen muss. Man darf zumindest spekulieren, dass letzterer unter Baur noch zum alleinigen Titelthema auserkoren worden wäre.

Zum letzten Mal schaffte es übrigens im September 2012 ein Politiker auf den Cover des "Focus", wenn auch kein deutscher: In Ausgabe 39/2012 lächelten US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney von der Titelseite des "Focus". Insgesamt kann man die Ausgaben, in denen das Magazin im vergangenen Jahr mit politischen Themen aufmachte, an zwei Händen abzählen - insofern kann man die erste "Focus"-Ausgabe, die unter der Regie von Quoos entstand, wohl durchaus als richtungsweisend deuten. dh
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