Neuer Anlass zum Zoff: RBB und "Tagesspiegel" kooperieren

Montag, 15. Februar 2010
Dieter von Holtzbrinck
Dieter von Holtzbrinck

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und die Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH kooperieren ab sofort im Internet. So wird der RBB dem Berliner "Tagesspiegel" künftig aktuelle Nachrichtenbeiträge aus seinen Sendungen "RBB aktuell" und "Abendschau" zur Verfügung stellen, die auf der Website Tagesspiegel.de verlinkt werden. Die Vereinbarung gilt zunächst für eine dreimonatige Pilotphase. "Tagesspiegel und RBB arbeiten seit vielen Jahren auf verschiedenen Ebenen gut und erfolgreich zusammen. Da liegt es nahe, dass die Lieblingszeitung und der Lieblingssender vieler Berlinerinnen und Berliner auch online kooperieren", kommentiert "Tagesspiegel"-Chefredakteur Lorenz Maroldt den Schritt.

Damit folgt die Tageszeitung prominenten Beispielen. So arbeitet die WAZ-Gruppe seit einiger Zeit mit dem ZDF zusammen. Das in  Konstanz ansässige Verlagshaus "Südkurier" lässt sich vom SWR beliefern. Allerdings stoßen derartige Partnerschaften auf heftige Kritik. So ist eine Kooperation zwischen gebührenfinanzierten Sendern und Zeitungsverlagen aus Sicht des VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) medienkonzentrationsrechtlich bedenklich.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bereits im Sommer 2009 gegen eine solche Allianz ausgesprochen. Es sei gefährlich, wenn sich Regionalzeitungen eine eigene Berichterstattung nicht mehr leisten könnten und deshalb der permanenten Informationsunterstützung durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen bedürften, sagte Merkel in ihrer Rede beim Festakt zum 60. Geburtstag der Deutschen Journalistenschule in München. "Dafür waren die Rundfunkgebühren nicht gedacht", so die Kanzlerin. bn
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