Neuer AOL-Deutschland-Chef will Marketing und Personal auf den Prüfstand stellen

Donnerstag, 17. Oktober 2002

Bereits kurz nach seiner Ernennung zum neuen Chef von AOL Deutschland hat Stanislas Laurent einen rigiden Sparkurs angekündigt. Ziel sei es, die Weichen in Richtung Gewinnzone zu stellen, sagte der 34-jährige Nachfolger des scheidenden Uwe Heddendorp dem "Handelsblatt". Daher würde nun "jeder einzelne Ausgabeposten einschließlich der Marketingaufwendungen" auf den Prüfstand gestellt. Auch einen Personalabbau wollte Laurent nicht definitiv ausschließen.

AOL veröffentlicht für das Deutschlandgeschäft zwar keine Geschäftsergebnisse. In Branchenkreisen wird jedoch kolportiert, dass AOL Deutschland im vergangenen Jahr mit rund 300 Millionen Euro zu den Verlusten von AOL Europe beigetragen hat, die sich auf insgesamt gut 800 Millionen Euro summierten. Die US-Muttergesellschaft hatte AOL Europe die Vorgabe gegeben, die Verluste im laufenden Jahr zu halbieren. AOL ist in Deutschland derzeit mit rund 3 Millionen Abonnenten der zweitgrößte Onlinedienst nach T-Online. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 1200 Mitarbeiter.
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