Neue Studie: Im TV- und Video-Markt ist substanzielles Wachstum möglich

Freitag, 25. Februar 2011
Der TV- und Video-Konsum ist im Wandel
Der TV- und Video-Konsum ist im Wandel

Gute Aussichten: Obwohl die Kernmärkte TV und Video in den vergangenen Jahren nur minimal gewachsen sind, sagen Marktforscher der Mediengattung künftig wieder substanzielles Wachstum voraus. Laut der Studie „TV-Markt im Umbruch", die Booz & Company im Auftrag von Liberty Global durchgeführt hat, sind bei geeigneter Strategie jährliche Umsatzsteigerungsraten von bis zu 4,8 Prozent möglich. In Euro heißt das: Bis 2015 ist ein Anstieg beim TV- und Video-Umsatz von gegenwärtig 15 Milliarden Euro auf 20,1 Milliarden Euro wahrscheinlich. Booz & Company begründet diese positive Prognose mit der fortschreitenden Digitalisierung und der Konvergenz des TV- und Video-Marktes. Daraus ergibt sich nach Ansicht der Marktforscher die Möglichkeit, mit neuen Inhalten und Diensten ein spürbares Umsatzplus zu generieren.

Um dies zu erreichen, müssen die Infrastruktur- und Content-Anbieter ihre Geschäftsmodelle auf innovative Mehrwertdienste ausrichten: Die traditionelle TV-Nutzung ist somit passé. Vielmehr sollten die Anbieter ihren Blick auf das so genannte "Digital Home-Ecosystem" richten. Dieser für die Zukunft nötige Transformationsprozess wird jedoch durch aggressive neue Marktteilnehmer, Technologien wie HD-Video-Streaming und verschwimmende Marktgrenzen erschwert. Content-Anbieter und Distributoren sollten laut Studie daher ihr Konkurrenzdenken abstellen und Kooperationsstrategien eingehen.

Der Wandel im TV- und Videogeschäft vollzieht sich aber nicht nur auf der Seite der Anbieter, sondern auch die Nutzer verändern ihren TV- und Videokonsum: Mithilfe der neuen Technologien geht der Trend beim Verbraucher zum zeitversetzten Fernsehen und zur Interaktion bei Entertainment- und Verkaufsformaten. Thomas Künstner, Partner und Medienexperte von Booz & Company, fasst zusammen: „Unsere Studie belegt, dass sich die etablierten Marktteilnehmer beispielsweise bei der Vermarktung und Distribution von hochwertigen HD-Inhalten und Video on Demand-Angeboten zusammenschließen und den Markt nicht weiter fragmentieren sollten." Künstner glaubt, dass ein zu kleinteiliges Angebot verschiedener Anbieter den Verbraucher überfordert und darüber hinaus die Erfolgsaussichten des Angebots mindert.

Trotz der neuen Möglichkeiten gibt es laut Studie auch Risikobereiche, die das Wachstum im TV-Segment gefährden können. Wichtig sei, dass die neuen Mehrwertdienste wie etwa Apps mit hochwertigem Content, nicht gratis, angeboten werden. Dies wäre für die neuen Geschäftsmodelle kontraproduktiv. hor
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