Neue Sitten: Axel Springer, Bauer, Burda und WAZ bilden Vermarktungsallianzen

Donnerstag, 24. Juni 2010

Der rückläufige Print-Werbemarkt macht's möglich - und nötig: Verlage, die sonst gegeneinander mit harten Bandagen um Werbeaufträge kämpfen, rücken bei ihrer Vermarktung ein Stück zusammen. So machen die drei Großverlage Axel Springer, Bauer Media Group und Hubert Burda Media bei der Vermarktung ihrer Programmzeitschriften gemeinsame Sache, zumindest ein bisschen. In einer Initiative ihrer fünf größten TV-Titel - „TV 14" und „TV Movie" von Bauer, „TV Digital" und „Hörzu" von Springer sowie „TV Spielfilm plus" von Burda - wollen die Häuser gemeinsam die Werbewirkung der Gattung dokumentieren. Die Aktion hat einen eigenen Namen: „Take Five".

In einem weiteren Bündnis reichen sich Bauer, Burda und die WAZ-Gruppe die Hand. Hier geht es speziell um Kunden aus dem Pharma-Markt. Die Aktion steht in keiner Preisliste, dennoch bestätigen die drei Verlage sie auf Anfrage. Es handele sich um eine „punktuelle Zusammenarbeit für ein saisonales Angebot, das auf besonderen Kundenwunsch" zusammengestellt werde, sagt ein Sprecher der WAZ-Gruppe.

Hintergrund sei die „Situation auf dem Anzeigenmarkt", die Verlage „vor besondere Herausforderungen" stelle. Die Kooperation umfasst 25 meist Best-Ager-Titel von Bauer („Neue Post", „Freizeitwoche"), Burda („Freizeit Revue", „Bunte") und WAZ-Gruppe („Frau aktuell", „Gong").

Dabei suchen die Verlage ihre ersten Schulterschlüsse in aller Vorsicht: zunächst zeitlich begrenzt, auf bestimmte Titelsegmente oder Branchen bezogen. Denn zu groß ist die Angst vor dem Kartellamt, das bei den anstehenden Weichenstellungen im Mediengeschäft ohnehin eine größere Rolle spielen dürfte als bisher. rp


Details und Hintergründe zu den neuen Allianzen lesen Abonnenten exklusiv in der HORIZONT-Ausgabe 25/2010, die am Donnerstag dieser Woche erscheint.
Meist gelesen
stats