Neue IVW-Ausweisung belegt den Niedergang von StudiVZ

Mittwoch, 08. August 2012
Studi VZ trägt nur noch rund 17 Prozent zu den sinkenden Zugriffen der VZ-Portale bei
Studi VZ trägt nur noch rund 17 Prozent zu den sinkenden Zugriffen der VZ-Portale bei
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Niedergang Schulterzucken Facebook Holtzbrinck



Dass es für die VZ-Netzwerke stetig bergab geht, ist bekannt: Die Reichweiten - sowohl bei den Internet Facts als auch in der IVW Online - sinken, bei Agenturmanagern ist beim Namen VZ kaum noch mehr als ein Schulterzucken zu entlocken. Doch wie genau die drei Netzwerke einzeln dastehen, war bisher kaum bekannt. Die neue IVW-Ausweisung zeigt jetzt jedoch, wie schlimm es wirklich steht - vor allem um das einstige Hypeportal StudiVZ. Kurz zum Hintergrund: Seit heute weist die IVW für ihre Onlinenutzungsdaten aus, wieviel Prozent der Page Impressions eines Angebots bestimmten Unterdomains zuzuweisen sind. Dabei müssen mindestens 80 Prozent der PIs ausgewiesen werden. Insgesamt erreichen die VZ-Netzwerke 36,6 Millionen Visits, das sind knapp 8 Prozent weniger als im Vormonat und ganze 76 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Doch unter VZ-Netzwerke zählt nicht nur eine Domain, sondern es werden die Besuche von StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ zusammengezählt. Laut IVW kommen knapp 45 Prozent der Visits von SchülerVZ, weitere knapp 40 Prozent steuert MeinVZ bei. Und StudiVZ? Taucht in der Auflistung noch nicht einmal auf. Rein rechnerisch könnten jedoch maximal 16,85 Prozent der PIs vom ehemaligen Hypenetzwerk stammen.

Diese Zahlen zeigen, wie sehr das Studentenportal in der Versenkung verschwunden ist - auch aufgrund der Konkurrenz durch Facebook. Und noch drastischer stellen sich die Werte beim Blick auf die übrigen deutschen sozialen Netzwerke dar. Denn weder Wer-kennt-wen.de (45,8 Millionen Visits) noch Xing (25 Millionen), Stayfriends.de (11,1 Millionen) oder Knuddels.de (8,5 Millionen) zählen irgendwelche Unterdomains in ihre Angebote mit hinein.

Zwar ist es rein rechnerisch nicht möglich, Visits und PIs miteinander zu vergleichen geschweige denn gleichzusetzen. Aber angenommen, man würde davon ausgehen, dass StudiVZ auch bei den Visits maximal 20 Prozent zu den VZ-Netzwerken beisteuern kann, dann würde dies bedeuten, dass nur noch etwa 7,3 Millionen Visits vom ehemals gefeierten Start-up stammen, das zu Bestzeiten knapp 14 Millionen Menschen erreichte, - und dessen Reichweite damit sogar unter der von Knuddels.de liegt. Eine traurige Entwicklung, vor allem angesichts der 85 Millionen Euro, die Holtzbrinck 2007 schätzungsweise für StudiVZ gezahlt hat. sw
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