Neue Geschäftsfelder bescheren Pro Sieben Sat 1 Rekordergebnis

Donnerstag, 28. Februar 2013
Konzernchef Thomas Ebeling kann erneut glänzende Zahlen vorlegen
Konzernchef Thomas Ebeling kann erneut glänzende Zahlen vorlegen


Die Pro Sieben Sat 1 Group hat im Geschäftsjahr 2012 einen neuen Umsatzrekord erzielt. Inklusive der im Dezember veräußerten Beteiligungen in Nord- und Osteuropa stieg der Umsatz des Medienkonzerns auf fast 3 Milliarden Euro. Auf Basis der fortgeführten Aktivitäten erzielte die Gruppe einen Umsatz in Höhe von 2,36 Milliarden Euro, der Konzernüberschuss stieg um 30 Prozent. Die Hauptgesellschafter KKR und Permira können sich angesichts der guten Geschäftsentwicklung auf eine dicke Dividende freuen: Der Vorstand will rund 1,2 Milliarden Euro an die Aktionäre aussschütten.
Der von Konzernchef Thomas Ebeling eingeschlagene aggressive Wachstumskurs von Pro Sieben Sat 1 trägt Früchte. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Gruppe einen Gesamtumsatz in Höhe von 2,97 Milliarden Euro, ein Plus von 7,7 Prozent. Bereinigt um die im Dezember an Discovery veräußerten Beteiligungen in Nord- und Osteuropa kletterte der Umsatz um 7,1 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Recurring Ebitda) stieg um 19,3 Millionen auf 744,8 Millionen Euro, der Konzernüberschuss legte um 30,5 Prozent auf 355,5 Millionen Euro zu.

Vor allem die strategischen Wachstumsbereiche trugen wesentlich zur Ergebnisverbesserung bei: Größter Wachstumstreiber war der Bereich Digital & Adjacent, in dem Pro Sieben Sat 1 seine digitalen und E-Commerce-Aktivitäten bündelt. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um 38,1 Prozent bzw. knapp 97 Millionen Euro auf 351,2 Millionen Euro. Bereinigt um den Beitrag des eingestellten Call-In-Senders 9Live legte der Umsatz sogar um 47,7 Prozent zu. Den größten Wachstumsbeitrag lieferte der Bereich Ventures & Commerce. Über das Modell Media for Equity hat das Unternehmen bereits über 50 Partnerschaften und Beteiligungen aufgebaut.

Ebenfalls auf Wachstumskurs ist der Bereich Content Production & Global Sales. Der Produktionsarm Red Arrow konnte seinen Umsatz vor allem durch Akqusitionen auf 97,4 Millionen Euro (Vorjahr: 37,7 Millionen) steigern. Das operative Ergebnis lag wegen Anlaufkosten mit 4,3 Millionen Euro allerdings unter dem Vorjahresergebnis von 9,6 Millionen.

Die wichtigste Etragssäule ist und bleibt indes die deutsche Sendergruppe von Pro Sieben Sat 1: Der Umsatz der deutschen Sender stieg leicht auf 1,91 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,90 Milliarden). Neben leicht gestiegenen Werbeerlösen haben vor allem gestiegene Distributionserlöse zu dem guten Ergebnis des Bereichs Broadcasting German-speaking beigetragen. Vor allem aufgrund der höheren Erlöse aus der HD-Verbreitung überstiegen die Distributionserlöse erstmals die Distributionskosten der Gruppe. Mit neuen Sendern wie Sat 1 Gold und dem geplanten Sender Pro Sieben Maxx will das Unternehmen auch in seinem Kerngeschäft weiter wachsen. Momentan schwächelt die Gruppe im Zuschauermarkt: Der Anteil der deutschen Senderfamilie in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sank im vergangenen Jahr von 28,9 auf 27,8 Prozent. Vor allem Sat 1 bereitet der Gruppe nach wie vor Sorgen.

Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung und der durch den Verkauf des Nordeuropageschäfts zur Verfügung stehenden Mittel will der Vorstand der Hauptversammlung eine deutliche höhere Dividende vorschlagen. Vorgesehen ist eine Anhebung der Dividende auf 5,65 Euro je Vorzugsaktie und 5,63 Euro je Stammaktie. Insgesamt würde das Unternehmen damit rund 1,2 Milliarden Euro an seine Gesellschafter ausschütten - vor allem die Hauptgesellschafter KKR und Permira könnten sich in diesem Fall auf einen Geldregen freuen.

Beobachter rechnen damit, dass die Finanzinvestoren ihre Beteiligung an Pro Sieben Sat 1 im Laufe des Jahres verkaufen. Medienberichten zufolge haben KKR und Permira im Frühjahr die Investmentbank JP Morgan mit der Prüfung von Verkaufsoptionen  beauftragt. Wahrscheinlichstes Szenario ist eine Platzierung der Stammaktien an der Börse. Der Vorstand will der Hauptversammlung eine Umwandlung der stimmrechtslosen Vorzugsaktion in stimmberechtige Stammaktien vorschlagen. Damit würden sämtliche Stammaktien zum Börsenhandel zugelassen. dh
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