Neue Ära bei der WAZ: Petra Grotkamp besiegelt Verkauf

Dienstag, 24. Januar 2012
Ab sofort herrschen klare Verhältnisse bei der WAZ
Ab sofort herrschen klare Verhältnisse bei der WAZ


Es ist der größte Deal seit Jahren in der deutschen Medienszene: Seit Montag ist der Verkauf der WAZ-Mediengruppe besiegelt. Mit ihrer Unterschrift hat Petra Grotkamp zusätzlich zu ihren Anteilen von 16,66 Prozent den 50-Prozent-Anteil der Familie Brost erworben. Geschäftsführer Bodo Hombach legt sein Amt mit dem Verkauf nieder.
Erst zuletzt hatten Finanzierungsprobleme den Abschluss des Geschäfts weiter verzögert. Der genaue Kaufpreis ist nicht bekannt, allerdings war immer wieder eine Summe von 500 Millionen Euro für den Essener Medienkonzern im Gespräch. Bei der Finanzierung helfen laut Grotkamps Anwalt Andreas Urban die UniCredit Bank, die Bayerische Landesbank und die Deutsche Bank.

Testamentsvollstrecker Peter Heinemann, der den Verkauf für die drei Brost-Erben geregelt hat, sprach von einem fairen Preis. Er habe sich allerdings nur "schweren Herzens" dazu entschlossen, dem Verkauf zuzustimmen: "Als Testamentsvollstrecker schulde ich dem Erblasser Loyalität, doch liegt es nicht in meiner Macht, Entscheidungen der Familie, die dem Willen des Erblassers widersprechen, zu korrigieren." Ein bis zum Ablauf der Testamentsvollstreckung im Jahr 2015 anhaltender Schwebezustand wäre für das Unternehmen nicht vertretbar gewesen.

Klaus Schubries, Bevollmächtigter der Funke-Familien-Gesellschaft, begrüßt den Abschluss des Deals "außerordentlich". Er sei zuversichtlich, dass man die Mediengruppe nun erfolgreich in die Zukunft führen und weiter entwickeln könne.

Bodo Hombach, der als Geschäftsführer die Brost-Seite vertreten hat, verlässt die WAZ wie "seit langem einvernehmlich vereinbart". Die Neuordnung der Gesellschafterverhältnisse sei eine große Chance für eine neue WAZ-Ära in einer im Umbruch befindlichen Medienlandschaft. kl
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