Netzneutralität, Leistungsschutzrecht, Datenschutz: BVDW ermittelt die wichtigsten Themen 2013

Montag, 28. Januar 2013
BVDW-Präsident Arndt Groth
BVDW-Präsident Arndt Groth

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat die wichtigsten Themen für die Internetwirtschaft im Jahr 2013 ermittelt. Laut einer Expertenumfrage des Verbands steht für die Unternehmen in diesem Jahr vor allem die Schaffung von geräteübergreifenden Messtools im Mittelpunkt. Außerdem stehen mit der Netzneutralität, dem Leistungsschutzrecht für Verlage und der EU-Datenschutzverordnung gleich mehrere politische Themen ganz oben auf der Tagesordnung. "Es sind nicht nur die Trendthemen wie Big Data, Social Media oder Real-Time-Advertising, die für die Unternehmen relevant sind. Entscheidende Weichen für die Zukunft der Branche werden in weiteren Feldern gestellt", kommentiert BVDW-Präsident Arndt Groth die Agenda für dieses Jahr. "In diesem Jahr nehmen verschiedene Entwicklungen einen deutlichen Einfluss auf die Unternehmen der digitalen Wirtschaft – vor allem auf ihre werberefinanzierten Geschäftsmodelle. Als Interessenvertretung sieht unser Verband seine Aufgabe darin, im stetigen Dialog mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu stehen und somit einen wichtigen Beitrag durch die Verbandsarbeit zu leisten."

Der BVDW hat die wichtigsten Themen 2013 ermittelt
Der BVDW hat die wichtigsten Themen 2013 ermittelt
Nach der Anzahl der Nennungen sind die Schaffung eines geräteübergreifenden Messtools und eine effiziente Werbeauslieferung die wichtigsten Themen in diesem Jahr. Für 67 Prozent der befragten Experten haben diese Themen zentrale Bedeutung. 43,5 gehen außerdem davon aus, dass Online-Bewegtbildwerbung zunehmend das Aufmerksamkeitspotenzial von TV-Werbung erreicht.

Hohe Bedeutung messen die Experten auch medienpolitischen Themen bei: Vor allem in punkto Netzneutralität sehen die Befragten konkreten Handlungsbedarf. Die Gewährleistung einer Mindestqualität beim Datentransport muss nach Einschätzung von zwei Dritteln der Unternehmen (66 Prozent) ohne Diskriminierung der durchgeleiteten Inhalte erfolgen. Eine ähnlich hohe Bedeutung messen die Unternehmen dem Leistungschutzrecht für Verlage bei: 48 Prozent der befürchten negative Folgen für Unternehmen, wenn Suchmaschinen nicht mehr auf Angebote von Verlagen verlinken dürfen. Große Herausforderungen sehen zudem 35 Prozent der Unternehmen durch den Entwurf zur EU-Datenschutzverordnung auf sich zukommen.

Kritisch sehen die BVDW-Mitglieder die Voraussetzungen für Unternehmensgründungen in Deutschland. Fast ein Drittel (31 Prozent) sind der Meinung, dass die Gründung von Start-ups in Deutschland schwer ist. Der BVDW fordert daher bessere Rahmenbedingungen für Unternehmensgründer in Deutschland. Weitere aktuelle Trendthemen sind nach Ansicht der befragten Unternehmen Social Media und Online-Musikdienste.

An der Befragung des BVDW haben sich 147 Personen aus verschiedenen Unternehmen der digitalen Wirtschaft beteiligt. Weitere Informationen zur Stichprobe und der gesamten Befragung sind auf der BVDW-Website unter BVDW.org zu finden. dh
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