Netzeitung-Mitarbeiter befürchten Stellenabbau

Montag, 07. Juli 2008

Der Sparkurs der BV Deutsche Zeitungsholding des britischen Investors David Montgomery trifft das nächste Objekt. Nachdem bereits die "Berliner Zeitung" von massivem Stellenabbau bedroht ist, bangen nun offenbar die Mitarbeiter der Netzeitung um ihre Jobs. Ursprünglich sollte die Netzeitung gemeinsam mit der Online-Redaktion der Berliner Zeitung in einen Newsroom ziehen. Dieser Umzug wurde kurzfristig abgesagt. Online habe derzeit keine Priorität mehr, verkündete BV-Geschäftsführer Josef Depenbrock vor dem Betriebsrat. Entscheidungen über Entlassungen seien allerdings noch nicht getroffen, man rechne alle Varianten durch.

Bei der Netzeitung rechnet man offenbar fest mit Entlassungen: "Wir sitzen hier auf glühenden Kohlen und warten, dass eine Ansage kommt", sagte Betriebsratsvorsitzender Matthias Breitinger dem Online-Angebot des "Stern". "Bei weiteren Stellenstreichungen wird die Netzeitung mit dem Produkt, das Montgomery vor einem Jahr gekauft hat, nichts mehr zu tun haben. Das gilt erst recht, wenn es im schlimmsten Fall darauf hinauslaufen sollte, dass hier alle rausgeworfen werden und dann nur noch zwei Studenten einen DPA-Feed überwachen, der da einfließt."

Montgomerys Unternehmen Mecom hatte die Netzeitung erst im Juli 2007 übernommen. Zum deutschen Mecom-Ableger BV Deutsche Zeitungsholding gehören außerdem die "Hamburger Morgenpost", der "Berliner Kurier", das Stadtmagazin "Tip" und die "Berliner Zeitung". Erst kürzlich hatte der von Montgomery eingesetzte BV-Geschäftsführer und Chefredakteur der Berliner Zeitung Depenbrock verkündet, 40 von 130 Redakteuren der Zeitung zu entlassen. np



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