Neon sitzt gefälschten Promi-Interviews auf

Freitag, 19. März 2010
Die Leser lieben "Neon" trotzdem.
Die Leser lieben "Neon" trotzdem.

Nun hat es also auch "Neon" erwischt: Ingo Mocek, langjähriger Autor des G+J-Magazins, hat der Redaktion mehrere gefälschte Interviews untergejubelt. Aufgeflogen ist Mocek durch ein in der Januar-Ausgabe abgedrucktes Interview mit der Pop-Diva Beyoncé Knowles. Nach Darstellung von "Neon" kamen durch einen Hinweis des Managements der Künstlerin Zweifel an der Echtheit des Interviews auf. Als die Chefredaktion den Autor mit den Vorwürfen konfrontierte, habe dieser zugegeben, die Prüfinstanz der "Neon"-Dokumentation getäuscht zu haben.

Eine interne Prüfung hat ergeben, dass Mocek seit 2004 vier weitere Interviews gefälscht hat. Dabei handelt es sich um zwei Ausgaben der Rubrik "Soundtrack meines Lebens" mit Slash und Christina Aguilera sowie zwei Kurzinterviews mit den Musikern Snoop Doggy Dog und Jay Z. "Neon" hat die Zusammenarbeit mit Mocek mit sofortiger Wirkung beendet und sich bei den betroffenen Künstlern und seinen Lesern entschuldigt.

"Neon" ist nicht die erste Zeitschrift, die auf gefälschte Interviews hereinfällt. Vor zehn  Jahren druckte das "SZ Magazin" mehrere gefälschte Promi-Interviews von Tom Kummer ab. Dem größten Fälschungsskandal saß bereits 1983 der "Stern" auf. Der Kunstfälscher Konrad Kujau verkaufte dem Magazin für über 9 Millionen D-Mark insgesamt 62 angebliche Tagebücher von Adolf Hitler. dh
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