Neil McIntosh, Editor Europe.WSJ.com: "Unser Abo-Modell funktioniert"

Dienstag, 17. Februar 2009
Neil McIntosh
Neil McIntosh

Das "Wall Street Journal" hat mehrere regionale Ableger seiner Website gestartet. Europe.wsj.com liefert Berichterstattung, die auf europäische Nutzer ausgerichtet ist. Neben Nachrichten soll das Portal auch zahlreiche Multimedia-Features bieten. Die Leitung des europäischen Nachrichtenportals übernimmt Neil McIntosh, der im Januar als Editor zu WSJ.com kam. Zuvor war er als Head of Editorial Development für Guardian.co.uk tätig. HORIZONT.NET sprach mit McIntosh über das neue Portal, Bewegtbild im Netz und Paid Content im Nachrichtenbereich.

An wen richtet sich die neue europäische Version von WSJ.com?
Neil McIntosh: WSJ.com Europe richtet sich an jeden, der sich für Nachrichten über  Wirtschaft, Finanzen und Politik mit einer regionalen Perspektive interessiert. Der Launch eines eigenen europäischen Auftritts basiert auf dem Redesign von WSJ.com im vergangenen September. Damals wurden ein komplett neues Layout , wirksamere Anzeigenformate, sowie eine Reihe von neuen Features für Abonnenten und auch zusätzliche Vorteile für alle Nutzer der Site eingeführt. Dazu gehört mehr Content in den Bereichen Politik, Wirtschaft und  Technologie, Nachrichten aus den USA und der Welt sowie personalisierbare Finanz- und Lifestylekategorien.

Wie viele regelmäßige Nutzer aus Deutschland hat WSJ.com? Wir veröffentlichen leider keine Nutzerzahlen auf Länderebene.

Welchen Vorteil bietet WSJ.com gegenüber regionalen Nachrichtenseiten?
Europe.WSJ.com ist eine Website aus Europa für europäische Leser. Nachrichten aus der Region werden daher prominent platziert, aber es geht nicht nur um europäische News. Wenn die Meldung des Tages aus Beijing, Detroit oder Sydney kommt, werden wir damit aufmachen - und dank unseres einzigartigen weltweiten Netzwerkes von Reportern und Korrespondenten können wir jede Story kompetent besetzen, egal wo sie stattfindet. Wir haben eine extrem leistungsstarke und einflussreiche Zielgruppe und nun können wir ihnen einen noch besseren und schnelleren Zugang zu den Nachrichten und Analysen geben, die sie brauchen.

Ist eine weitere Untergliederung von WSJ.com zum Beispiel in länderspezifische Seiten denkbar?
Wir suchen immer nach Möglichkeiten, unseren Lesern und Anzeigenkunden noch mehr zu bieten. Derzeit ist aber keine Entwicklung von länderspezifischen Auftritten geplant.

Welche Rolle spielt ihrer Meinung nach Bewegtbild für moderne Nachrichtensites?
Multimedia-Anwendungen nehmen bei unserem neuen Angebot eine Schlüsselstellung ein. Dazu gehören Videos, Podcasts und interaktive Grafiken. Wo immer es möglich ist, verwenden wir vor Ort produzierte Videos aus dem Dow-Jones-Netzwerk.

In Deutschland gilt Paid Content im Internet weitgehend als tot. Wieso funktioniert das Modell bei WSJ.com?
Die Leser schätzen unseren Content. Wir glauben, dass wir eine steigende Anzahl von Abonnenten gewinnen können und auf unserer neuen Site mit News, Politik, Sport und Lifestyle zugleich einen attraktiven öffentlichen Bereich geschaffen haben. Das Herzstück unseres Angebotes, Wirtschafts- und Finanznachrichten und Analysen, bietet unseren Lesern einen echten Mehrwert. Dass unser Modell funktioniert, zeigen 1 Million Abonnenten und mehr als 20 Millionen Nutzer pro Monat.

Wie wird die Einführung von WSJ.com Europe begleitet?
Seit vergangener Woche läuft eine europaweite Werbekampagne, die Printanzeigen, Banner, Direktmarketing, Suchmaschinenmarketing und klassische PR umfasst.

Erhoffen Sie sich zusätzliche Werbekunden aus den jeweiligen Regionen?
Wir bewegen uns in einem globalen Markt und wir haben Anzeigenkunden aus vielen unterschiedlichen Regionen. Unsere internationale Expansion reflektiert unsere Verpflichtung sowohl gegenüber unseren Lesern als auch gegenüber unseren Anzeigenkunden weltweit. Die europäische Edition von WSJ.com bietet Werbekunden aus ganz Europa nun noch effektivere Lösungen. Interview: David Hein
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