Napster einigt sich mit Musikverlagen über Lizenzen

Dienstag, 25. September 2001

Die unendliche Geschichte um die Online-Musiktauschbörse Napster scheint nun offenbar doch noch ein glimpfliches Ende zu nehmen. Nach monatelangen Verhandlungen hat sich das Unternehmen mit dem Branchenverband der US-amerikansichen Musikindustrie MPA nun auf einen vorläufigen Lizenzvertrag für den Online-Vertrieb von Musiktiteln geeinigt. Den Angaben zufolge zahlt die wegen Verstoß gegen Urheberrechte umstrittene und vorübergehend geschlossene Online-Tauschbörse der Musikindustrie und Rechteinhabern 26 Millionen Dollar Schadensersatz. Zusätzlich will das Unternehmen zehn Millionen Dollar Lizenzgebühren im Voraus entrichten.

Im von der Musikindustrie gegen Napster angestrengten Verfahren ist mit dem aktuellen Abkommen zwar noch nicht das letzte Wort gesprochen, da am 10. Oktober eine weitere Anhörung stattfinden soll. Nach Einschätzung von Experten ist die Wahrscheinlichkeit aber groß, dass sich die Konfliktparteien endgültig einigen werden. Die Musikkonzerne EMI, BMG und Warner Music hatten bereits angekündigt, ihre Lizenzen über den geplanten Online-Vermarkter Musicnet an Napster weiterzugeben. Napster plant, Ende des Jahres einen kostenpflichtigen Abonnement-Dienst mit mehreren hundert Musiktiteln zu starten. Bei der Konzeption des kostenpflichtigen Dienstes wird Napster seit Monaten von Bertelsmann unterstützt, das Ende 2000 eine strategische Partnerschaft mit dem Unternehmen eingegangen ist.
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