Napster beantragt offenbar Gläubigerschutz

Montag, 03. Juni 2002

Die Internet-Musiktauschbörse Napster steht offenbar vor dem Konkurs. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland", die sich auf unternehmensnahe Kreise beruft, will man Gläubigerschutz nach Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechts beantragen. Der Bertelsmann-Konzern hatte vor zwei Wochen für rund zwei Millionen Dollar die Vermögenswerte von Napster übernommen. Mit dem Deal war die Rückkehr der Napster-Chefs Konrad Hilbers und Shawn Fanning verbunden. Diese hatten zuvor das Unternehmen verlassen hatten, weil die Napster-Gesellschafter ein Übernahmeangebot von Bertelsmann abgelehnt hatten.

Bertelsmann hatte sich im Herbst 2000 im Rahmen einer strategischen Allianz mit Napster verbündet und der Börse zwischenzeitlich insgesamt 85 Millionen Dollar an Krediten gewährt. Der Aufbau eines kostenpflichtigen Musikdienstes in Kooperation mit den großen Musikfirmen scheiterte aber bislang, da es nicht zu einer Einigung über die Lizenzen gekommen ist.

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