Nächste Etappe: "Ramp"-Verlag Red Indians launcht Reisekulturmagazin "Gapz"

Mittwoch, 03. November 2010
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Gaps, das sind in der Sprache der Skateboarder die Gräben, die man überspringt. Mit etwas Anlauf und einer guten Rampe, die einen abheben lässt. In dieser Freestyle-Lebensgefühlswelt surft der Journalist, Werber und Independent-Verleger Michael Köckritz beim Magazinmachen. Seinen ersten Titel hat er 2007 gelauncht: "Ramp". Der vierteljährliche Titel hat mit Geschichten und Fotos rund ums Automobil samt Kultur, Mode, Design und Lebensart bereits unzählige Print-Preise abgeräumt. Und nun, am 25. November, kommt "Gapz", mit progressivem "z" am Ende. Der Name ist ein Synonym für die Freiräume, die man beim Fahren und Fliegen passiert, und die man mit Erlebnissen füllen kann, sagt Köckritz. Orte und Städte also. "Gapz", den neuen Titel aus seinem kleinen Verlag Red Indians in Reutlingen, positioniert er als avantgardistisches "Reisekulturmagazin". Unterwegssein zu Menschen, Orten und Kultur als urbanes Lebensgefühl, Roadmovie-Feeling mit Reflexion - darum geht es auf 210 Edelseiten, davon etwa 25 mit Anzeigen.

Im ersten Heft dreht es sich etwa um die "Fashionista von Mailand", um eine "Gebrauchsanweisung für Indien", um Flugbegleiter ("Auch nicht mehr das, was sie mal waren"), um einen Bergführer. Und mehr polyglott witzig als politisch korrekt zum Heftende der Ansporn: "Schnell ins Flugzeug, bevor der letzte Gletscher wegtaut!" Daneben üppige Bildstrecken, gerne mit alten Autos und jungen Frauen. Zur Inspiration hat man sich Frank Rocholl, im Hauptberuf Creative Director beim Fashionmagazin "Mirage", als Art Director geholt - gemäß Köckritz' Blattentwicklungs-Credo einer "kreativen Jam-Session".

"Gapz" geht mit einer Druckauflage von 120.000 Stück auf die Reise, deutlich mehr als bei "Ramp" (40.000). Einen Großteil der Hefte nehmen Unternehmen - Hotels etwa oder Autohersteller - ab, um sie an ausgewählte Kunden zu verteilen. Etwa 25.000 "Gapz"-Hefte gehen in den Einzelverkauf (Copypreis: 10 Euro). Zunächst soll der Titel zweimal pro Jahr erscheinen, bei Erfolg quartalsweise und auch auf Englisch.

Die im vergangenen Jahr für 2010 angekündigten "Ramp"-Line-Extensions, etwa ein Männer- und ein Literaturmagazin, sollen später kommen. "Gapz" wurde vorgezogen, weil sich dieses Projekt offenbar besser vorfinanzieren ließ. Oder in den Worten von Köckritz: "Gapz" zeige Lesern und Werbekunden, "wie spannend das Thema Kultur gespielt werden kann". rp
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