Nach nur elf Monaten: Klambt stampft "Flair" ein

Dienstag, 28. Mai 2013
Das Juli-Heft wird die letzte Ausgabe von "Flair" sein
Das Juli-Heft wird die letzte Ausgabe von "Flair" sein

Ein Verlag verliert "Flair": Die Mediengruppe Klambt stellt ihr neues monatliches Mode- und Wohnmagazin "Flair" ein - nach noch nicht mal einem Jahr Marktpräsenz. Das Juli-Heft, das Mitte Juni erscheint, wird das letzte sein, teilt der Verlag mit. Begründet wird das Aus mit mangelnden Perspektiven im Werbemarkt. Dies ist aber vielleicht nicht der einzige Grund. Im Werbemarkt gebe es für das Magazin "auch perspektivisch kein ausreichendes Potential", erklärt Klambt. Im Vertrieb stellt man dagegen "hohe Akzeptanz" fest und verweist auf die jüngst erfolgte erste Auflagenmeldung mit 109.515 verkauften Exemplaren (IVW I/2013). Damit sei die den Werbekunden garantierte Auflage von 100.000 Heften übertroffen worden. Allerdings: Nur die Hälfte davon (54.513 Stück) sind "hart" verkauft über Einzelverkauf und Abo. Vielleicht war ja auch dies ein Grund für die Zurückhaltung der Anzeigenkunden.

"Ein Unternehmer muss in den Fällen konsequent handeln, in denen er, trotz allem verlegerischen Einsatz, keine realistische Perspektive für einen wirtschaftlichen Erfolg erkennen kann", sagt Verleger Lars Joachim Rose. Vom "Flair"-Aus sind 27 Mitarbeiterinnen betroffen. Man versuche, ihnen intern und extern neue Arbeitsplätze zu vermitteln. Herausgeberin und Chefredakteurin ist seit Januar Verlegerschwester Ingrid Rose, zusätzlich zu ihren Funktionen beim Peoplemagazin "In". Ingrid Rose hatte die "Flair"-Posten zum Jahreswechsel von Klaus Dahm übernommen, der den Titel in Deutschland für Klambt maßgeblich entwickelt hat und seitdem als Editorial Director im Verlag firmiert.

Das frühe Ende von "Flair" markiert einen herben Rückschlag für Klambts Expansionskurs, wollte man damit doch auf dem Parkett der monatlichen Hochglanzhefte Fuß fassen. Der Titel erscheint seit September 2012 in Lizenz des italienischen Verlagshauses Mondadori. Während "Flair" dort als Mode- und Lifestylemagazin daherkommt, trägt das Heft in Deutschland den Untertitel "Fashion & Home". Verleger Rose will das Aus von "Flair" aber nicht als Tritt auf die Print-Bremse verstanden wissen: Mit dem Rückkauf der Anteile der wöchentlichen Peoplemagazine "In" (vom zwischenzeitlichen Joint-Venture-Partner Gruner + Jahr) und "OK" (vom Lizenzgeber und Joint-Venture-Partner Northern & Shell) sowie dem Erwerb der Monatszeitschrift "Liebes Land" dokumentiere Klambt "Investitionsbereitschaft in Print". rp
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