Nach der Übernahme: N24-Manager müssen bleiben

Montag, 21. Juni 2010
Mehrheitsgesellschafter Rossmann (l.) und Aust dürfen so schnell nicht aussteigen
Mehrheitsgesellschafter Rossmann (l.) und Aust dürfen so schnell nicht aussteigen

Nach der Verkündung des Management-Buy-Outs bei N24 sickern erste Vertragsdetails durch. Vergangene Woche hatten N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann und Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust mit vier Partnern den Nachrichtensender und die Produktionsgesellschaft Maz & More übernommen. Laut "Spiegel" darf das Konsortium den Sender in den nächsten sieben Jahren nicht weiterverkaufen. Tut es dies doch, darf der bisherige Eigentümer Pro Sieben Sat 1 den Vertrag für die Nachrichtenbelieferung des Konzerns, der dieselbe Laufzeit hat, kündigen. Pro Sieben Sat 1 zahlt der neuen Gesellschaft N24 Media rund 30 Millionen Euro pro Jahr für die Produktion der Nachrichtenformate auf Pro Sieben, Sat 1 und Kabel Eins. Die Einnahmen machen den Großteil des Umsatzes von N24 Media aus .

Außerdem müssen zwei der drei bisherigen N24-Chefs in den nächsten dreieinhalb Jahren im Management bleiben. Rossmanns Co-Geschäftsführer bei N24, COO Frank Meißner und der bisherige Prokurist und künftige CFO Karsten Wiest, halten jeder jeweils 12 Prozent der N24-Media-Anteile und dürften sich daher zumindest derzeit wohl nicht mit den Gedanken an einen vorfristigen Ausstieg tragen. Maz&More-Mit-Geschäftsführerin Maria von Borcke hat ebenfalls 12 Prozent an N24 Media, in der N24 und Maz & More angesiedelt sind, übernommen.

Auch Thorsten Pollfuß, der mit Aust die Produktionsfirma Agenda Media betreibt, ist Mitgesellschafter der neuen Gesellschaft. Ob auch Agenda Media in N24 Media aufgehen könnte, ist unklar. Bei Agenda sitzt noch der öffentlich-rechtliche NDR mit im Boot.

Sollten die Finanzinvestoren KKR und Permira, denen Pro Sieben Sat 1 gehört, in den kommenden Jahren aussteigen, gelten die Verträge mit N24 laut "Spiegel" weiter. pap
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