Nach dem Relaunch: Kritik am neuen "Bild.de" überwiegt

Donnerstag, 02. August 2001

"Bild online" heißt nun "Bild.de": Am vergangenen Mittwoch startete "eines der größten Internet-Vorhaben der deutschen Verlagswirtschaft", schrieb Springers "Welt" über die neue Website ihres Schwesterblattes. Davon jedoch ist online noch nicht allzu viel zu sehen: Zwar ist "Bild.de" nun deutlich in 15 "Bühnen" gegliedert, für die nicht ausschließlich die Inhalte der aktuellen Ausgabe recycelt werden - die Navigation aber wurde keineswegs vereinfacht und bleibt so unübersichtlich wie bisher.

Selbst der Nutzwert des "Bild.de"-Archivs wird durch die neue Seitenstruktur geschmälert: Konnte man bisher zahlreiche Artikel aus der gedruckten "Bild" ausgabenweise abrufen, stehen nun nur noch die "Top-Geschichten von gestern" zur Verfügung. Von einem Relaunch als News- und Entertainmentportal, wie ihn "Bild.de"-Chef Udo Röbel im Vorfeld bereits häufiger beschworen hatte, kann jedoch keine Rede sein.

So fiel auch das Urteil der "Bild.de"-Nutzer bisher fast durchweg negativ aus: Im offenen Forum "Lob, Kritik, Anregungen" überwiegt bisher die Kritik. Zu viele Rubriken gebe es nun, die Seite sei unübersichtlich geworden und damit alles andere als benutzerfreundlich, beschwerten sich die Leser am ersten Tag zuhauf.

"Bild.de ist nicht die BILD-Zeitung. Deshalb auch dieser (etwas merkwürdige) Namenswechsel. BILD Online war eine Kopie der Prints mit ein paar Extras. Bild.de ist ein eigener Auftritt mit ein paar Print-Elementen", versucht "Thunderstorm" vom Webmaster-Team die aufgebrachten Nutzer zu beschwichtigen. Die aber hätten gern "das alte Design zurück". Immerhin bleibt Raum für Veränderung: Noch steht schließlich die bereits Anfang April angekündigte Kooperation mit T-Online aus.

Zum Exklusiv-Interview mit Bild.de-Chef Peter Würtenberger gehts hier entlang.

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