Nach Shitstorm: Abercrombie-&-Fitch-Chef Jeffries reagiert auf Kritik

Donnerstag, 16. Mai 2013
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Seit drei Tagen sorgt die amerikanische Bekleidungsmarke Abercrombie & Fitch in den Weiten des Internets unfreiwillig für Aufsehen. Stein des Anstoßes ist ein Youtube-Video des Produzenten Greg Karber, der sieben Jahre alte, äußerst fragwürdige Aussagen des Firmen-CEO Mike Jeffries in den Mittelpunkt stellt. Die kritischen Stimmen im Netz verbreiteteten sich wie ein Lauffeuer. Fast schon folgerichtig meldete sich Jeffries via Facebook jetzt selbst zu Wort. Der zweieinhalbminütige Clip beginnt mit einer Off-Stimme, die sagt: "Abercrombie & Fitch ist eine furchtbare Firma." Grund für diese Annahme ist ein Interview aus dem Jahr 2006: Darin machte Jeffries deutlich, dass die Unternehmensphilosophie beinhaltet, seine Produkte nur einem schlanken und vermeintlich attraktiveren Kundenstamm zur Verfügung zu stellen. Offen geht man bei der Marke auch mit der Tatsache um, das man mögliche Abnehmerkreise gezielt ausschließt - so gibt es Frauenkleider nur bis Größe L und nicht etwa in XL oder XXL.

Lieber verbrenne Abercrombie & Fitch seine beschädigten Produkte, als sie Bedürftigen zu spenden, heißt es außerdem in Karbers Video mit dem Hinweis auf einen entsprechenden Blog-Artikel. Daraufhin verteilte der Abercrombie-Kritiker wahllos Kleidungsstücke der Marke an Obdachlose in Los Angeles und fordert in seinem Video alle auf, es ihm gleichzutun. Ziel: Abercrombie & Fitch zur Nummer-1-Bekleidung bei den Armen zu machen.

Auf Twitter, Youtube und Facebook ist unmittelbar nach Veröffentlichung des Videos das losgetreten worden, was im Netz gemeinhin als "Shitstorm" bekannt ist. Dabei überwiegen freilich die negativen Kommentare gegenüber Abercrombie & Fitch, auch wenn es durchaus kritische Stimmen zu der Idee von Karber gibt. Die Gesamtreichweite indes ist groß und geht über das Web hinaus: Sogar der ARD-Spartensender Tagesschau 24 hat über die Aktion berichtet.

Mittlerweile hat sich Mike Jeffries selbst zu Wort gemeldet. Über die Facebook-Seite seines Unternehmens drückte der 68-Jährige sein Bedauern darüber aus, dass seine Wortwahl als Beleidigung aufgefasst wurde. Freilich seien seine Aussagen jedoch aus dem Kontext gerissen worden. Auch wenn sich Jeffries klar gegen jede Form von Diskriminierung ausspricht, so räumt er doch ein, dass sich seine Marke im Rahmen üblicher Marketing-Strategien klar in einem bestimmten Segment positioniert - nichts Neues im Hause Abercrombie & Fitch also. tt
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