Nach Razzia: Drei Pressefotografen bekommen ihr Material zurück

Donnerstag, 14. Februar 2013
Acht Pressefotografen waren im Visier der Staatsanwaltschaft (Bild: Gordon Bussiek/Fotolia.com)
Acht Pressefotografen waren im Visier der Staatsanwaltschaft (Bild: Gordon Bussiek/Fotolia.com)

Drei der Fotografen, deren Wohnungen im Rahmen einer umstrittenen Polizeiaktion durchsucht worden waren, bekommen das dabei beschlagnahmte Material zurück. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Frankfurt begründet den Schritt damit, dass es sich bei den Betroffenen tatsächlich um Journalisten handelt und nicht - wie zunächst vermutet - um Angehörige der linken Szene. Die Deutsche Journalisten Union bei der Gewerkschaft Verdi (DJU) erneuert unterdessen ihre Kritik an der Razzia. Bei den Journalisten, die nun ihre Dateien von der Staatsanwaltschaft Frankfurt zurückbekommen, handelt es sich um drei Berliner Fotografen, wie "Tagesspiegel" und "HR Online" berichten. Die Rückgabe des Materials an die Männer sei bereits veranlasst, teilte die Behörde demnach mit. Man gehe mittlerweile davon aus, dass die Fotografen tatsächlich als Journalisten auf jener Demo zugegen waren, von der die Strafverfolgungsbehörden Material sicherstellten, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Medienmagazin "Zapp". Bei besagter Demonstration am 31. März 2012 in Frankfurt war ein Polizist von Demonstranten schwer verletzt worden. Die Polizei erhoffte sich von dem sichergestellten Material Hinweise auf die Täter.

Die Staatsanwaltschaft hat die Razzia dadurch gerechtfertigt, dass die insgesamt acht Fotografen, deren Wohnungen durchsucht worden waren, nicht sofort als Pressevertreter erkennbar gewesen seien. Mehrere Betroffene, darunter die Fotografen Christian Mang und Björn Kietzmann (u.a. für die "Taz" tätig), wiesen jedoch darauf hin, dass eine einfache Google-Recherche zur Überprüung ihrer beruflichen Tätigkeit ausgereicht hätte.

Schlampige Arbeit - so lautet auch der Vorwurf der Deutschen Journalisten Union bei der Gewerkschaft Verdi (DJU). "Das war keine saubere Arbeit, die da abgeliefert worden ist", so DJU-Sprecherin Cornelia Haß gegenüber "Zapp". Bevor man sich die Mühe einer Untersuchung mache, hätten die Straverfolgungsbehörden recherchieren sollen. ire
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