Nach Razzia: "Augsburger Allgemeine" legt Beschwerde ein

Dienstag, 05. Februar 2013
Die "Augsburger Allgemeine" wurde auf richterlichen Beschluss hin durchsucht
Die "Augsburger Allgemeine" wurde auf richterlichen Beschluss hin durchsucht

Nach der Durchsuchung ihrer Redaktionsräume und der Beschlagnahmung von Nutzerdaten legt die "Augsburger Allgemeine" Beschwerde ein. Das schreibt Online-Chef Sascha Borowski im Blog der Tageszeitung. Gleichzeitig fordert er, das Verhältnis von Redaktionen zu ihren Online-Nutzern müsse in der öffentlichen Wahrnehmung "neu justiert werden." Der Fall sorgte Ende Januar 2013 für Aufsehen: Weil sich der Augsburger Ordnungsreferent Volker Ullrich von einem Leserkommentar auf der Homepage der "Augsburger Allgemeinen" verleumdet sah, forderte er von der Redaktion die Herausgabe der persönlichen Daten des Nutzers. Die Redaktion weigerte sich, es folgte die Beschlagnahmung des Datensatzes. Dagegen werde der Verlag nun Beschwerde einreichen, schreibt Borowski.

Dahinter verbirgt sich natürlich der berechtigte Wunsch des Verlages nach Autonomie. Für Borowski zeigt der Fall jedoch noch etwas anderes: Es gehe um das Verhältnis eines Mediums zu seinen Lesern, die heutzutage in vielen Fällen auch Informanten und Quellen seien. "Es geht um eine grundsätzliche Frage: Welchen Stellenwert nehmen Leserkommentare heutzutage für Redaktionen ein? Sind sie ein lästiges Übel, ein Instrument zur Leser-Blatt-Bindung – oder sind sie essenzieller Bestandteil der redaktionellen Arbeit und genießen damit einen besonderen, verfassungsrechtlichen Schutz? Ich meine, Letzteres ist der Fall – mit allen Konsequenzen." ire
Meist gelesen
stats