Nach "FR"-Übernahme: Schellenberger geht, Festerling gibt Chefredakteursposten ab

Donnerstag, 28. Februar 2013
Die Frankfurter Societät wird künftig auch das "FR"-Team beherbergen. Bild: Fr. Societät
Die Frankfurter Societät wird künftig auch das "FR"-Team beherbergen. Bild: Fr. Societät

Tobias Trevisan hat der "Frankfurter Rundschau" Kontinuität verschrieben. "Die Leser haben die Zeitung schließlich abonniert, weil sie sie so haben wollen, wie sie ist", sagte der Geschäftsführer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) in einer Pressekonferenz anlässlich der Übernahme des insolventen Blattes. Allerdings stehen die ersten personellen Veränderungen bereits fest: Digital-Chef Rouven Schellenberger geht. Auch Arnd Festerling gibt seinen Chefredakteursposten ab, bleibt aber bei der "FR".
Arnd Festerling muss Chefredaktion abgeben
Arnd Festerling muss Chefredaktion abgeben
Festerling, der im Juli vergangenen Jahres die Nachfolge von "FR"-Chefredakteur Uwe Vorkötter angetreten hat, betonte allerdings, dass er den Verlag nicht verlassen wolle. Gemeinsam mit den neuen Eigentümern werde er sich auf die Suche nach einem neuen 1. Journalisten machen. Hinter der Redaktion liege eine harte Zeit, dennoch sei er froh, dass die "Rundschau" von "FAZ" und Frankfurter Societät unabhängig fortgeführt werde. "Die neuen Eigentümer wissen, was es braucht und kostet, eine Qualitätszeitung zu machen", so Festerling, der bereits seit 1990 bei der "FR" arbeitet. Eine radikale Trennung von Verlag und Redaktion gehöre dazu.

Auch einen anderen Austausch zwischen den drei Zeitungen - "FAZ", "FR" und der ebenfalls zur Frankfurter Societät gehörenden "Frankfurter Neuen Presse" - schlossen Trevisan und Hans Homrighausen, Geschäftsführer der Frankfurter Societät, aus. Die Redaktionen sollen komplett getrennt bleiben - trotz räumlicher Annäherung. Innerhalb der nächsten drei Monate ist der Umzug der verbleibenden 28 "FR"-Redakteure in das Gebäude der Frankfurter Societät geplant.

Synergien kündigte Trevisan dagegen für den Verlags- und Anzeigenbereich an. So wird der regionale Anzeigenvermarkter Rhein Main Media künftig neben "FAZ" und "FNP" samt deren Regionalausgaben auch die "Rundschau" im Portfolio anbieten. Hierzu seien neue Belegungseinheiten geplant. Der Raum Frankfurt werde auch separat zu buchen sein - was bei einem Zusammenschluss der einzig verbleibenden Zeitungen der Stadt natürlich nahe liegt. Weitere Verlags- und Redaktionskonzepte sollen in den kommenden drei Monaten erarbeitet werden. kl
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