„NYT“-Chef Sulzberger: „Soziale Netze sind große Herausforderung“

Montag, 24. Januar 2011
Herausforderung Social Media: "NYT"-Chef Sulzberger (Foto: New York Times)
Herausforderung Social Media: "NYT"-Chef Sulzberger (Foto: New York Times)

Tragfähige Geschäftsmodelle jenseits von Print waren schon letzte Woche das große Thema beim Deutschen Medienkongress. Auch auf dem von Burda veranstalteten DLD kreisen die Debatten entweder um sehr Visionäres oder um die Zukunft der Medienhäuser. Beispielsweise die Digitalstrategie der „New York Times“. „Der Messias kommt auf leisen Sohlen.“ So führt Focus Online in einem lesenwerten Beitrag DLD-Gast Arthur Ochs Sulzberger Jr. Ein. Während die ganze Welt den Zweikampf zwischen Google und Facebook bewertet, Bild Online kess fragt: „Page oder Zuckerberg – wer ist der coolere Internet-Star?“ tritt in München der sonst eher zurückhaltende Besitzer der „New York Times“ auf. "Irgendwann wird die New York Times die Druckausgabe einstellen" – mit diesem Zitat – nachzulesen auch in HORIZONT.NET – hatte Sulzberger im vergangenen Herbst für reichlich Diskussionen gesorgt. Im Januar 2011 relativiert Sulzberger seine These. Aus dem Gespräch mit Hubert Burda zitiert Focus Online den US-Verleger mit den Worten: „Print wird länger existieren als viele jetzt glauben.“ Und weiter: „Wir müssen immer dort sein, wo die Menschen uns erwarten.“ Weil die Menschen immer stärker digitale Medien und Plattformen nutzen, müssten die Medienhäuser Nachrichten digital vertreiben. Soziale Netzwerke seien die „große Herausforderung“ für den Journalismus: „Wir bewegen uns von der Suche zu Social Media.“

In Fragen Paid Content versucht es Sulzberger bei der „NYT“ mit einer Kompromisslösung. So will das Flaggschiff des US-Qualitätsjournalismus in wenigen Wochen ein neues, nutzungsabhängiges Bezahlmodell einführen. Grundidee: Leser, die die Website nur sporadisch besuchen, können dies kostenlos tun. Hardcore-Nutzer und regelmäßige Leser müssen bezahlen, wenn ihr Freikontingent aufgebraucht ist. „Fremium“nennt Sulzberger diese Strategie. Sie ist zugleich ein Gegenmodell zur Strategie des Konkurrenten Rupert Murdoch „Wall Street Journal“, „New York Post“), der seinen Titeln seit 2010 Paid Content verordnet hat.vs
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