NDR verteidigt Tagesschau-App gegen Verleger-Kritik

Mittwoch, 22. Dezember 2010
Die Tageschau-App sorgt weiter für Zündstoff
Die Tageschau-App sorgt weiter für Zündstoff

Das Imperium schlägt zurück: Der Rundfunkrat des NDR hat die Tagesschau-App gegen die Kritik der Verlegerverbände verteidigt. "Wenn Vertreter der Verlegerverbände wider besseres Wissen behaupten, dies sei rechtswidrig, dann ist dies ganz offensichtlich interessengeleitete Stimmungsmache", lässt die Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates, Dagmar Gräfin Kerssenbrock mitteilen. Mit der neuen Applikation könnten die Gebührenzahler die Tagesschau "endlich auch ohne Umwege und umständliche Klickerei auf modernen Smartphones empfangen". Die Aufsichtsgremien der ARD und die Rechtsaufsicht hätten "eindeutig festgestellt", dass eine technische Anwendung wie die Tagesschau-App den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Zudem trage die App dem Gebot der Technikneutralität Rechnung. Kerssenbrock weiter: "Die Gebührenzahler können die Tagesschau auf dem technischen Weg empfangen, den sie für ihre persönlichen Bedürfnisse gewählt haben. Dies kommt auch in den Diskussionsforen im Internet zum Ausdruck, in denen die Tagesschau-App sehr positiv bewertet und weiterempfohlen wird."

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hatte die App als "rechtswidriges Angebot", kritisiert, da ihre Informationsmenge und -struktur die Grenzen der Sendungsbezogenheit deutlich überschreiten würden. Über die Online-Aktivitäten von ARD und ZDF wird bereits seit Jahren leidenschaftlich gestritten. Bereits vor einem Jahr, als die ARD ihre Pläne für eine Tagesscha-App öffentlich machte, brach bei den Verlagen ein Sturm der Entrüstung los. dh
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